Parasiten können Katzen schwer krank machen.

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Wissen
06/24/2019

Tiercoach: Mehr Wurmkrankheiten durch Klimawandel

Vorsorge. Milde Winter und heiße, lange Sommer begünstigen die Ausbreitung von Parasiten. Was Haustiere schützt.

Ursprünglich war er im Fernen Osten heimisch, mittlerweile breitet sich der orientalische Augenwurm auch in Europa aus. In den vergangenen Jahren traten vermehrt Infektionen mit dem Parasiten auf – bei Menschen und bei Hunden. Vor Kurzem wurde Thelazia callipaeda nun erstmals bei einer österreichischen Katze ohne vorherigen Auslandsaufenthalt festgestellt.

Ehemalige Reisekrankheiten heimisch

Wurmkrankheiten sind generell auf dem Vormarsch. Ehemalige Reisekrankheiten werden wegen der wärmeren Temperaturen auch bei uns heimisch“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, wie gefährlich die Schmarotzer sind und was Hund und Katze schützt.

Zwischenwirt

Würmer brauchen oft einen Zwischenwirt. Häufig erfüllen Moskitos diese Funktion im Kreislauf der Natur. „Durch die milden Winter und die heißen, langen Sommer wächst das Risiko einer Übertragung“, sagt Reitl. Saugt eine Mücke das Blut eines infizierten Lebewesens, nimmt sie die Wurmlarven auf. Beim nächsten Stich trägt sie den Parasiten zu einem neuen Wirt.

Augenwurm

Der Augenwurm gelangt über eine spezielle Fruchtfliege an sein Ziel. Er befällt den Bindehautsack und das Augengewebe. Eine Entzündung kann erstes Anzeichen sein, der Fremdkörper Fadenwurm löst sie aus. Unbehandelt nimmt die Netzhaut Schaden, der Sehsinn muss bei rechtzeitiger Behandlung aber nicht verloren sein.

Hautwurm und Herzwurm

„Der Augenwurm ist derzeit noch viel seltener als Haut- oder Herzwürmer“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Die bis zu 15 cm langen Hautwürmer bilden kleine Knoten in der Haut. Die bis zu 17 cm langen Herzwürmer leben in den großen Blutgefäßen, die vom Herzen zur Lunge führen. Dort werden die Parasiten bis zu sieben Jahre alt und geben immer wieder Larven ins Blut ab. Bei schwachem Befall verläuft die Krankheit mitunter ohne Symptome. Bei massiver Schädigung leidet der Vierbeiner unter Leistungsabfall, Gewichtsverlust, Husten und Atemnot. Die Therapie – sie erfolgt medikamentös oder durch einen chirurgischen Eingriff – ist dann schwierig, der Patient kaum zu retten.

Schutzmaßnahmen

„Haustiere mit Freigang sollen regelmäßig entwurmt werden“, sagt Reitl. Darüber hinaus rät der KURIER-Tiercoach: „Es gibt zwar keine Impfung gegen Würmer, aber wirkungsvolle Repellents, die Stechmücken fernhalten – als Spot on oder als Halsband.“

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