Wissen
23.07.2018

Tiercoach: Den Katzenbiss nicht unterschätzen

Mit den spitzen Zähnen gelangen meist auch Bakterien in die Wunde, das kann zu Komplikationen führen.

Beute fangen, festhalten, töten, zerreißen, zerkleinern; Gefahren abwenden; Rivalen bekämpfen; kommunizieren: Katzen kommen zwar zahnlos auf die Welt. Ihr Milchgebiss ist aber bereits extrem spitz und scharf, das bleibende Werkzeug im Maul mit 30 Zähnen ab etwa acht Monaten komplett. Die Eck- und die Backenzähne an Ober- und Unterkiefer greifen wie eine Zackenschere ineinander, die Schneidezahn-Reihen packen wie eine Zange zu.

„Ein Katzenbiss kann sehr weh tun. Sogar manch Humanmediziner unterschätzt die Wunde“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, warum die Verletzung gefährlich sein kann, und wie sie richtig versorgt wird.

Dolchartige Eckzähne

Selbst das liebste Kuscheltier schnappt bei ungeschicktem oder unangenehmem Kontakt zu. Nicht jede fremde Katze will von einem unerfahrenen Besucher gestreichelt, nicht jeder verwöhnte Freigänger von Parasiten befreit, nicht jedes Haustier vom Veterinärmediziner untersucht werden. „Die dolchartigen Eckzähne, die bis zu einen Zentimeter lang sind, bohren sich durch die Wucht in die Haut“, erklärt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Die Wunde verschließt sich meist rasch wieder, zurück bleiben nur rote Punkte. Doch die Keime – vor allem Bakterien –, die auf Zahnstein gedeihen und die Maulhöhle der Katze besiedeln, sind wie injiziert und beginnen in tieferen Schichten zu eitern. Schwellung, Überwärmung und eingeschränkte Funktion sind Symptome, Blutvergiftung und geschädigte Gefäße Folgen. Die Verletzung kann bis zu den Knochen reichen.

Entzündung

„Ein Katzenbiss kann sich innerhalb weniger Stunden entzünden. Am besten sucht man sofort einen Arzt auf“, sagt Reitl. Der Experte sollte wissen, ob die Wunde aufgeschnitten und gespült werden muss und ob Antibiotika notwendig sind. Patienten mit Vorerkrankungen müssen besonders achtsam sein.

Verletzung durch Artgenossen

Bisswunden sind freilich nicht nur beim Menschen Ernst zu nehmen, auch der eigene Streuner kann durch Artgenossen arg in Mitleidenschaft gezogen werden: Zähne kommen beim Revierkampf zum Einsatz, zudem beißen Kater der Katze beim Deckakt in den Nacken. „Dabei können genau dieselben Probleme entstehen wie beim Menschen“, sagt der KURIER-Tiercoach: „Der Biss ist sehr schmerzhaft und lästig, lässt sich aber meist gut therapieren.“

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