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30.09.2018

Ted Turner, Robin Williams: Die kaum bekannte Demenz-Erkrankung

CNN-Gründer Ted Turner ist jetzt ebenso an der Lewy-Körperchen-Demenz erkrankt wie 2014 Robin Williams.

US-Medienmogul Ted Turner hat laut im Voraus veröffentlichten Auszügen eines Interviews mit dem Sender CBS erklärt, an einer speziellen Form einer Demenz zu leiden. Der genaue Name seiner Erkrankung, die Lewy-Körperchen-Demenz, fiel dem Gründer des Nachrichtensenders CNN während des Interviews allerdings nicht ein. Er sagte, er leide „unter der, die... - ich kann mich nicht an den Namen erinnern.“ Nach weiterem Nachdenken schloss der 79-jährige Milliardär schließlich: „Demenz. Ich kann mich nicht erinnern, was meine Krankheit ist.“

Turner soll an der Lewy-Körperchen-Demenz erkrankt sein. Auch der US-Schauspieler Robin Williams litt 2014  in seinen letzten Lebensmonaten an der Krankheit, wie sich nach der Obduktion herausstellte.

Die Lewy-Körperchen-Demenz ("Lewy-Body-Demenz") ähnelt der Alzheimer-Krankheit sehr stark, wodurch sie schwer voneinander zu unterscheiden sind. Sie ist deutlich seltener als die Alzheimer-Demenz, kann aber bei mehr als zehn Prozent der Demenzkranken diagnostiziert werden, heißt es in einem Informationsblatt der Deutschen-Alzheimer-Gesellschaft.

Der Name der Erkrankung geht auf den den deutschen Nervenarzt Friedrich H. Lewy zurück. Er beschrieb 1912 erstmals die für die Parkinson-Krankheit charakteristischen Einschlüsse in bestimmten Nervenzellen des Hirnstamms. Seit 1989 ist bekannt, dass auch bei demenzkranken Patienten, die nie Parkinson-Symptome zeigten oer sie erst lange nach dem Beginn ihrer Demenz entwickelten, Lewy-Körperchen in den Nervenzellen der Großhirnrinde vorkommen können.

Kennzeichnend für eine Lewy-Körperchen-Demenz sind:

- starke Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit und der Aufmerksamkeit.

- optische Halluzinationen, die oft sehr detaillreich sind. Meist sehen die Patienten Menschen oder größere Tiere. Sehr viel seltener werden auch akustische Halluzinationen (Stimmen, Musik, Geräusche) berichtet.

- leichte Parkinsonsymptome (unwillkürliches Zittern der Hände, Steifigkeit der Bewegungen).

Außerdem kann es häufig zu Stürzen oder kurzen Bewusstlosigkeiten kommen.

Wie bei der Alzheimer-Demenz können die Vorgänge, die zum Verlust der Nervenzellen führen, nicht aufgehalten werden. Viele Patienten sprechen aber gut auf die auch gegen Alzheimer eingesetzten "Cholinesterasehemmer" an, die die Symptome lindern können.