© Getty Images/iStockphoto/inarik/Istockphoto.com

Wissen
04/13/2019

So klappt die Matura: Die 9 wichtigsten Tipps und Tricks

Was tun, wenn man während der Prüfung in Panik gerät? Was passiert, wenn ich schummle? Das müssen Schüler wissen.

von Ute Brühl

So weit sollte es nicht kommen: In Wien ist eine Schülerin in der U-Bahn zusammengebrochen, weil sie so viel gelernt hat, dass sie vergessen hat zu essen und zu trinken. Ein Fehler, den Maturanten kurz vor der Prüfung nicht machen sollten – Start ist ja am 6. Mai. Wie man sich am besten vorbereitet, wissen die Experten des KURIER-Bildungsbeirats Isabella Zins und Michael Sörös sowie die Psychologin Luise Hollerer.

Fünfer im Zeugnis

Keine Panik. Wer in der achten Klasse AHS bzw. in der fünften Klasse einer berufsbildenden höheren Schule ein „Nicht genügend“ im Zeugnis hat, kann zur Wiederholungsprüfung antreten – wer zwei Fleck hat, kann im Herbst zum Nachzipf. Das Fach, an dem die meistern scheitern, ist Mathematik. Isabella Zins macht Mut: „Wer die Wiederholungsprüfung schafft, ist gut auf die Matura vorbereitet.“

Osterferien nutzen

Gibt es noch Wissenslücken? Dann sollte man spätestens jetzt eine Checkliste machen, welchen Stoff man sich noch aneignen muss. Maturanten machen sich am besten einen Stundenplan, wann sie welchen Stoff lernen. Ganz wichtig: „Setzen Sie sich Etappenziele“, sagt Psychologin Hollerer. Sie rät, sich zu der Uhrzeit an den Schreibtisch zu setzen, an der man sich am besten konzentrieren kann: „Für manche ist das am Vormittag, für andere am Abend.“ Spätestens nach 45 Minuten sollte man eine kurze Pause machen, nach 90 Minuten eine längere Unterbrechung.

Sich selbst abprüfen

Am Ende eines Kapitels sollte man sich selbst Fragen stellen – oder besser noch: Sich von anderen abprüfen lassen.

 

Frühere Prüfungsaufgaben

Seit 2012 gibt es in den Fremdsprachenfächern wie Englisch zentrale Tests. Deutsch und Mathe starteten in den Folgejahren. Aufgaben und Lösungen aus den Vorjahren findet man auf der Homepage www.srdp.at.

Mathematik

Es bleibt das Angstfach. Weil es in den vergangenen Jahren hier die meisten Beschwerden von Schülern und Lehrern gab, hat das Bildungsministerium unter anderem die Beurteilung geändert: „Waren früher im ersten Teil 16 Punkte nötig, so wird die Prüfung jetzt auch dann positiv beurteilt, wenn man insgesamt – also bei Teil 1 und 2 – 24 Punkte hat“, sagt Sörös.

Keine Panik

Das beste Mittel gegen Prüfungsangst ist eine gute Vorbereitung. „Manchen hilft es, mit anderen zu lernen“, sagt Zins. Psychologin Hollerer kennt weitere Tricks, wie man sich selbst vor und während Tests beruhigt: „Rufen Sie sich eine Prüfung in Erinnerung, die sie erfolgreich gemeistert haben – das weckt positive Gefühle, und mit diesen gehen Sie dann entspannter in die Prüfung.“ Wer hingegen extrem an Prüfungsangst leidet, sollte einen Profi – also einen Psychologen – aufsuchen. „Sollten Sie während der mündlichen Prüfung plötzlich ein Blackout haben, bitten Sie die Prüfer, sich eine kurze Auszeit nehmen zu dürfen, damit Sie sich sammeln können.“

Das sind die Maturatermine 2019

Nicht schummeln

Auch wenn es verlockend ist: „Schummeln ist das Dümmste, was man machen kann. Wird man erwischt, muss man im Herbst noch einmal zum Test. Wer hingegen auf die Schriftliche einen Fünfer hat, kann bei der Kompensationsprüfung Ende Mai antreten.“ Übrigens: Wer in einem Fach negativ ist, hat insgesamt noch drei weitere Chancen, in diesem Fach positiv abzuschneiden.

Mündliche Prüfung

Es ist Tradition, dass junge Männer im Anzug, junge Frauen im Kostüm erscheinen. „Es wird bei der Matura das Ende eines Lebensabschnitts zelebriert. Das sollten Eltern und Schüler genießen“, erklärt Sörös. Sein Tipp: „Überlegen Sie vor der Prüfung, was hinter den vorgegebenen Themenbereichen stecken kann – und besprechen Sie diese mit dem Lehrer. Die Präsentation ist dabei genau so wichtig wie die das Fachwissen. Trainieren Sie deshalb die Auftritte!“

Nicht aufgeben

Manche junge Menschen würden am liebsten alles nur „hinschmeißen“, wenn sie einen oder mehrere Fünfer im Zeugnis der letzten Klasse haben. „Lassen Sie sich in jedem Fall eine Bestätigung über ihre erbrachten Leistungen geben, also über die Fächer, die sie positiv abgeschlossen haben“, rät Michael Sörös. Aus Erfahrung weiß er, dass manche nach fünf oder gar zehn Jahren die Matura nachmachen wollen. Wer etwa in drei Fächern negativ war, kann eine Zulassungsprüfung als Externist machen. Informationen hat das Externistenreferat der Bildungsdirektionen.“