Schauspieler Michael J. Fox (im Bild mit seiner Frau Tracy Pollan) ist selbst an Parkinson
erkrankt

© REUTERS/MARIO ANZUONI

Forschung
08/01/2014

Parkinson: Ein Hoffnungsschimmer auch für Michael J. Fox

Wiener Firma entwickelt Impfung für Erkrankte – erste kleine Studie verlief positiv.

von Ernst Mauritz

Es ist nicht alltäglich, dass eine kleine österreichische Firma im noblen Marriott East Side Hotel in New York zur Pressekonferenz lädt. Donnerstag war das der Fall: Mit der "Michael J. Fox Foundation" für Parkinsonforschung präsentierte die Wiener Biotechfirma Affiris erste Daten zu ihrem Parkinson-Impfstoff für bereits Erkrankte.

24 Patienten erhielten vier Impfungen im Abstand von je einem Monat. Rund die Hälfte bildete daraufhin Abwehrstoffe (Antikörper) gegen ein krankhaft verändertes Eiweiß (Alpha-Synuclein). Anreicherungen dieses Eiweißes im Gehirn sind möglicherweise eine Ursache für das Absterben von Nervenzellen bei Parkinson. Der Impfstoff aktiviert das Immunsystem, dieses Eiweiß zu bekämpfen.

"Unsere Impfung ist weltweit der erste Wirkstoff in Entwicklung, der das Potenzial hat, die Ursache der Krankheit zu bekämpfen – und nicht nur die Symptome", sagt Walter Schmidt, Vorstand von Affiris. Eigentliches Ziel der erste Studie war es, die Sicherheit des Impfstoffes zu belegen: "Das ist gelungen, die Impfung ist gut verträglich." Derzeit können durch die Verabreichung von L-Dopa und anderen Arzneimitteln lediglich die Symptome behandelt werden.

Stabilisierung

Hoffnung macht – bei aller Vorsicht – noch ein anderes Ergebnis: Bei der Hälfte der Geimpften ist – im Vergleich zu einer nicht geimpften Gruppe – ein Jahr lang die Erkrankung nicht weiter fortgeschritten (so lange ist die bisherige Nachbeobachtungszeit): "Bei den geimpften Personen zeigte sich ein Trend zur Stabilisierung der Krankheit", so Schmidt. Todd Sherer, Vorstand der Fox-Stiftung, die die erste Studie mit 1,5 Mio. US-Dollar (1,12 Mio. Euro) unterstützt hat: "Für die fünf Millionen Menschen, die weltweit bereits mit Parkinson leben, wäre eine Behandlung, die den Verlauf stoppt oder verlangsamt, eine wirkliche Chance. Diese Studie ist diesbezüglich eine der vielversprechendsten Initiativen."

Die Stiftung fördert auch eine weitere Studie, bei der die bisherigen Teilnehmer eine Auffrischungsimpfung erhalten. In der Folge ist auch eine größere "Phase-2-Studie" geplant.

"Es ist das erste Mal weltweit, dass gezeigt werden konnte, dass man vielleicht eine Möglichkeit in der Hand hat, den Abbau von Gehirnzellen zu bremsen", so Prim. Dieter Volc, Leiter des Parkinsonzentrums an der Confraternität (Privatklinik Josefstadt) in Wien, der die Studie durchgeführt hat. – "Es ist ein sehr sinnvoller Ansatz, aber es ist zu früh, um eine Aussage treffen zu können", sagt Prim. Univ.-Prof. Gerhard Ransmayr, Vorstand der Neurologie im AKH Linz. Denn die Einzelbeobachtungen können trügerisch sein: "Patienten haben oft gute und weniger gute Phasen, es könnten – angesichts der kleinen Gruppe – auch rein zufällige Veränderungen zum Positiven sein." Andererseits sei es ein erster Erfolg, dass das Medikament gut vertragen wurde und ein Teil der Patienten Abwehrstoffe gebildet hat.

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