Wissen und Gesundheit
04.06.2017

Ist Zuchtlachs gesundheitsschädlich?

Im beliebten Fisch könnten zu viele giftige Dioxine enthalten sein, fürchten viele.

Es ist noch nicht allzu lange her, da galt Lachs als teure Delikatesse. Mittlerweile jedoch ist der Fisch mit dem rosafarbenen Fleisch in Supermärkten genauso verbreitet wie an asiatischen Billignudel-Straßenständen, in Sushi- oder Sandwich-Läden. Der Grund dafür liegt in zahlreichen Lachszucht-Anlagen in Ländern wie Norwegen, Schottland, Finnland oder Chile.

Wichtiger Lieferant wertvoller Omega-3-Fettsäuren

Lachs enthält große Mengen an wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Oft finden sich jedoch signifikante Mengen an giftigen Dioxinen und Polychlorierten Biphenylen (PCB) in Lachsen, die in Kontrollen öfter auch über den erlaubten Grenzwerten gelegen sind. Betroffen sind nicht nur Lachse, sondern auch andere Meeresfische, besonders jene aus der Ostsee. Auch andere tierische Produkte wie Milch, Eier und Fleisch von Landtieren sind mit Dioxinen und PCB belastet.

Gesundheitliches Risiko ist gering, zeigen Berechnungen

Nur wer ein Leben lang nicht mehr als zwei Portionen belasteten Fisch pro Monat zu sich nimmt, kann sicher gehen, keinerlei gesundheitliche Schäden zu erleiden. Das ergeben Berechnungen des Deutschen Bundesinstituts für Risikoforschung unter der Voraussetzung, dass der Schadstoffgehalt die in der EU erlaubten Grenzwerte nicht übersteigt.

Vorsicht in der Schwangerschaft

In den Berechnungen gibt es allerdings eine große Unbekannte: Bis heute ist nur wenig erforscht, ab welchen Mengen Dioxine tatsächlich zu gesundheitlichen Schäden führen. Die EU-Grenzwerte orientieren sich an den Ergebnissen von Tierversuchen. Diese sind jedoch nur bedingt auf den Menschen übertragbar. Aussagekräftige Studien am Menschen sind rar. So gibt es vorsichtige Hinweise, dass der regelmäßige Konsum von Dioxin-belastetem Fisch in der Schwangerschaft zu einem verringerten Geburtsgewicht führen könnte. Sicher ist das allerdings keineswegs, die Studien sind zu ungenau.

Es besteht jedoch Grund zur Hoffnung: die Dioxinbelastung der Umwelt hat in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen.

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