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Wissen und Gesundheit
06/26/2016

Beugt Wassertrinken Kopfschmerzen vor?

Migränepatienten sollen durch viel Flüssigkeit weniger Schmerzmittel benötigt haben.

Wer ausreichend Wasser trinkt, kann damit angeblich Kopfschmerzen vorbeugen. Diesen Ratschlag kennen viele Menschen. Die Autoren einer niederländischen Studie behaupten, dass das Trinken von zusätzlich eineinhalb Liter Wasser pro Tag Kopfschmerzen deutlich lindern könne. Die Public-Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" an der Donau-Universität Krems haben die Faktenlage geprüft.

Datenlage gibt keine Hinweise

Ein genauerer Blick in die wissenschaftliche Arbeit zeigt jedoch: Aus den Daten lassen sich keine Hinweise auf eine solche Wirkung herauslesen. Weder führte die tägliche Aufnahme von knapp einem Liter Wasser zusätzlich bei den Studienteilnehmern zu weniger Kopfschmerztagen pro Monat, noch benötigten sie weniger Schmerzmittel. Dieselbe Forschergruppe hatte bereits früher eine kleine Untersuchung an 18 Migränepatienten durchgeführt, jedoch ohne eine Wirksamkeit von erhöhtem Wasserkonsum feststellen zu können.

Zwei bis drei Liter sind täglich empfohlen

Das US-amerikanische Institute of Medicine empfiehlt für Männer täglich etwa 3 Liter und für Frauen rund 2,2 Liter Getränke pro Tag. Dies beinhaltet aber nicht nur Wasser, sondern auch Säfte, Milch und sogar koffeinhaltige Getränke. Bei diesen Empfehlungen handelt es sich jedoch nur um ungefähre Schätzungen. Die optimale Trinkmenge unterscheidet sich von Person zu Person und hängt auch vom Ausmaß an körperlicher Bewegung und der Temperatur ab.

Den US-amerikanischen Experten zufolge gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass eine niedrigere tägliche Flüssigkeitsaufnahme das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöhen kann.

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