Kochen mit Kindern: Mit diesen Tipps haben alle etwas davon
Beim Kochen mit Kindern braucht es eine klare Aufgabenverteilung – und bei Eltern eine Portion Gelassenheit.
„Die wichtigste Zutat beim Kochen mit Kindern ist Gelassenheit“, sagt Sabine Dobesberger. Die gebürtige Grazerin leitet seit mehr als zehn Jahren das Kochstudio „Die Pause“ am Wiener Spittelberg und bietet dort auch Kochkurse für Kinder an.
Mehr Aufwand, aber großer Lerneffekt
Mit Kindern zu kochen, bedeutet meist mehr Aufwand. „Es dauert länger, man muss danach mehr Spuren beseitigen und auch Patzer und Pannen in Kauf nehmen.“ Trotzdem lohnt sich der Einsatz: „Kochen ist eine Kulturtechnik, die wir an Kinder weitergeben sollten. Beim Zubereiten von Speisen bekommen Kinder einen besseren Bezug zu Lebensmitteln und dazu, wie sie verarbeitet werden.“
Studien zeigen, dass gemeinsames Kochen mit Kindern nicht nur gesündere Essgewohnheiten fördert, sondern auch Sprache, Motorik und Selbstständigkeit stärkt. Kinder, die früh in die Zubereitung von Mahlzeiten eingebunden werden, probieren häufiger neue Lebensmittel und entwickeln langfristig mehr Interesse an ausgewogener Ernährung.
Insbesondere seit der Corona-Pandemie richtet sich der Markt für Kinderkochbücher zunehmend an jüngere Zielgruppen und an Familien, die gemeinsam kochen möchten. Der britische Promikoch Jamie Oliver hat jüngst mehrere Pappbilderbücher im Rahmen seiner Reihe „Jamies erstes Kochbuch für Minis“ veröffentlicht; weitere Titel sollen folgen.
Spielerisch erste Aufgaben übernehmen
„Kinder wollen ohnehin in der Regel immer dabei sein, wenn die Erwachsenen etwas machen und selbst etwas ausprobieren“, sagt Dobesberger. Schon im ersten Lebensjahr kann der Nachwuchs in der Küche eingebunden werden. „Man kann dem Kind eine Lade mit geeigneten Schüsseln und anderen Utensilien zur Verfügung stellen, die es aus- und einräumen kann“, nennt die Expertin ein Beispiel. Kleinkinder freuen sich, wenn sie Kräuter abzupfen, Pizza belegen oder Teig umrühren dürfen.
Dobesberger rät Eltern, Kinder zunächst einzelne Tätigkeiten übernehmen zu lassen, an denen sie Interesse zeigen. Kleine Kinder hätten naturgemäß einen spielerischen Zugang zum Kochen: „Da wird der Teig nicht so lange gerührt, bis keine Klümpchen mehr drinnen sind, sondern bis etwas anderes die Aufmerksamkeit erregt.“
Wichtig sei, gemeinsames Kochen zur Routine zu machen. „Wenn man Kinder regelmäßig einbezieht, können sie im Volksschulalter einfache Gerichte wie Palatschinken oder eine Eierspeis selbst zubereiten.“
Kindgerechte Lebensmittel und Werkzeuge
Unsicherheiten gibt es oft beim Thema Schneiden. „Kinder wollen am liebsten sofort losschnippeln.“ Besonders wichtig seien Sicherheitsregeln. Kinder, die beim Schneiden helfen, sollten den Brücken- und Krallengriff beherrschen. Herd, Backofen, scharfe Messer und andere Gefahrenquellen sollten für kleinere Kinder unzugänglich sein.
Dobesberger empfiehlt hochwertige Kindermesser und einfache Lebensmittel für den Einstieg, etwa Gurken, Champignons oder Mozzarellabällchen. „Auch Salat abzupfen, waschen und mit der Salatschleuder trocken schleudern, kommt gut an. Dressings rühren sie schüttelnd in einem Schraubglas an.“
Druck verderbe die Lust am Kochen, sagt Dobesberger: „Man sollte Kinder ermutigen, aber nicht zwingen.“
Sushi begeistert Kinder besonders
Ihre Kochkurse bietet die Wahlwienerin für Kinder ab zehn Jahren an. „Da sind Aufmerksamkeitsspanne und Durchhaltevermögen schon so weit ausgebildet, dass ein Rezept fertig gemacht werden kann“, sagt Dobesberger, die sich freut, dass ihre Kurse inzwischen zur Hälfte von Buben besucht werden. Und noch einen Trend beobachtet die Köchin: „Alle Kinder wollen momentan Sushi machen. Dass Kindern in Algenblätter gerollter Reis mit Gemüsekern schmeckt, hat mich überrascht.“
Ein bisschen Chaos lässt sich beim Kochen mit Kindern nicht vermeiden. „Aber es ist ein echtes Erfolgserlebnis, wenn es schmeckt.“
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