Herwig Kollaritsch

Herwig Kollaritsch ("Österreich impft"-Sprecher)

© APA/Roland Schlager

Wissen
01/05/2022

Infektiologe Kollaritsch: "Omikron ist sicher nicht das Ende dieses Virus"

Impfspezialist und Gecko-Mitglied Herwig Kollaritsch sieht die Variante aber als Möglichkeit, in eine endemische Phase zu kommen.

von Ingrid Teufl

Die aktuelle Virus-Variante Omikron bestimmt nicht nur die Infektionszahlen, sondern auch die Diskussion. Zuletzt sorgte Gerald Gartlehner, Epidemiologe von der Donau-Universität Krems, in der ZIB2 für Aufsehen. Im Interview mit Moderator Armin Wolf sagte der Mediziner, der auch Mitglied der Corona-Kommission der Bundesländer ist, angesichts der sich aufbauenden Omikron-Welle: „Wir müssen davon ausgehen, dass wir nach der Omikron-Welle ein Ausmaß an Immunität in der Bevölkerung erreicht haben werden, wie wir es während der Pandemie noch nie hatten.“ Er glaube daher, „danach muss die Impfpflicht neu bewertet und neu diskutiert werden.“

Dass damit die am 1. Februar in Kraft tretende Impfpflicht nicht mehr sinnvoll oder gar obsolet sei, heißt das allerdings nicht. Im Gegenteil, betont der Infektiologe Herwig Kollaritsch im KURIER-Gespräch. Er ist ebenfalls Mitglied der Corona-Kommission, die die Maßnahmen in den Bundesländern abstimmt. Weiters gehört Kollaritsch auch der gesamtstaatlichen Krisenkommunikation (Gecko) und dem Nationalen Impfgremium (NIG) an. 

Zu überlegen, ob nach der Omikron-Welle eine Impfpflicht noch nötig ist, sei legitim, findet der Experte. Er geht sehr wohl davon aus, dass sie nötig sein wird. Wenngleich dies unter anderen Voraussetzungen als bisher gesehen werden muss. „Es geht darum, die Krankheitslast in der Bevölkerung langfristig zu vermeiden.“ Der Experte meint damit jene Aspekte, die bereits weidlich bekannt sind: Schwere Erkrankungen, Long-Covid, Todesfälle, überlastete Intensivstationen und Gesundheitspersonal am Limit der Kräfte. „Wir dürfen nie mehr in diese Situation kommen, deshalb halte ich eine Impfpflicht für notwendig.“

"Der nächste Herbst"

Zweifellos ist es durch das Auftreten der Omikron-Variante zu einem Paradigmenwechsel in den Maßnahmen gegen die Eindämmung des Virus gekommen. „Die Impfung schützt nicht mehr so gut vor Infektionen wie bei den früheren Varianten. Aber sie schützt nach wie vor vor einer schweren Erkrankung,“ sagt Kollaritsch. Bezüglich der Maßnahmen müsse daher langfristiger gedacht werden, als nur über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten. „Im Sommer wird das Infektionsgeschehen wieder zurückgehen, aber der nächste Herbst kommt bestimmt.“

Was für den Impfexperten ebenfalls für eine Beibehaltung der Impfpflicht spricht: „Omikron ist sicher nicht das Ende dieses Virus. Aber es wird das Ende der Pandemie sein.“ Dann sprechen Experten von einer Endemie. Das heißt, das Virus tritt – ähnlich dem Grippevirus – in bestimmten Regionen regelmäßig auf. Das menschliche Immunsystem ist, anders in der Pandemie, bereits mit dem Virus vertraut – Erkrankungen fallen dadurch milder aus.  

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