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Wissen und Gesundheit
04/21/2016

Hautkrebs: Warum neue Therapien so sensationell sind

Neue Medikamente revolutionieren die Therapie von Melanomen.

Es sind spektakuläre Studiendaten, die Mittwoch zu den neuen Hautkrebstherapien veröffentlicht wurden: 69 Prozent der 142 Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem, metastasiertem Schwarzem Hautkrebs (Melanom) lebten dank der Kombination von zwei neuen Medikamenten zwei Jahre nach der Diagnose – noch vor einigen Jahren lag die mittlere Lebenserwartung für diese Patientinnen und Patienten bei nur sechs Monaten. Und bei 20 Prozent der Betroffenen waren keine Tumorzellen mehr nachweisbar.

Diese Daten, die jetzt in einem Fachjournal (Journal of the American Medical Association) veröffentlicht wurden, bezeichnet die britische BBC in einem Bericht als "Immuntherapie-Revolution".

"Ein Quantensprung"

"Keine Frage, wir befinden uns in einer sensationellen Phase. Die Entwicklung der Therapie des Melanoms in der Spätphase ist ein Quantensprung", sagt Univ.-Prof. Hubert Pehamberger. Der Hautkrebsspezialist war bis Ende März langjähriger Leiter der Uni-Klinik für Dermatologie am AKH Wien / MedUni Wien und ist seit Anfang April ärztlicher Leiter des Wiener Rudolfinerhauses. Er informiert kommenden Mittwoch, 27. 4., beim großen Gesundheitstalk zum Thema Hautkrebs über neue Therapien und Vorsorgemöglichkeiten (siehe auch Textende). "Wir befinden uns derzeit wirklich in einer sensationellen Phase."

Zwei Entwicklungen sind es, die jetzt diese Erfolge bei einem Teil der Patienten ermöglichen:

Die ImmuntherapieTumore können das Immunsystem – egal, wie stark es ist – in ihrer Umgebung "bremsen" und damit blockieren. Die neuen Antikörper lösen die Bremsen: "Die Abwehrzellen erkennen die Tumorzellen wieder als fremd und zerstören sie", sagt Pehamberger.

Gen-Mutationen Bei einem Teil der Melanome liegen bestimmte Gen-Mutationen vor, die die Entwicklung der Krebszellen über spezielle Signalwege in den Zellen noch antreiben. Bestimmte Medikamente können diese Mutationen blockieren und damit das Wachstum der Krebszellen bremsen.

Weißer Hautkrebs

Erfolge gibt es aber auch beim Weißen Hautkrebs, der häufigsten Krebsform beim Menschen. Er ist zwar nicht so gefährlich wie der Schwarze Hautkrebs, weil es nur selten zu Absiedelungen (Metastasen) in anderen Organen kommt. Doch in fortgeschrittenem Stadium waren bisher häufig mehrere Operationen notwendig, um ihn nachhaltig zu entfernen. Jetzt gibt es aber auch hier Therapien, die zielgerichtet wirken. Beim sogenannten Basalzellkarzinom – sehr häufig im Gesicht – ist in den meisten Fällen ein Signal, welches das Wachstum der Krebszellen antreibt, überaktiv. "Ein neuer Wirkstoff kann diese Signalkaskade stoppen", sagt Pehamberger.

Neben neuen Therapien wird aber auch die Hautkrebs-Vorsorge ein großes Thema beim Gesundheitstalk sein. "Hautkrebs ist dann heilbar, wenn er frühzeitig erkannt und operativ entfernt wird", betont Dermatologe Pehamberger. Muttermale sollten deshalb regelmäßig selbst und von einer Ärztin bzw. einem Arzt kontrolliert werden.

Der Gesundheitstalk im Detail

Hautkrebs ist das Thema des Gesundheitstalks am Mittwoch, 27. 4., 18.30 Uhr. KURIER- Ressortleiterin Gabriele Kuhn spricht mit dem Spezialisten Univ.-Prof. Dr. Hubert Pehamberger (früher MedUni Wien, jetzt Rudolfinerhaus), Dr. Ivo Winiger (Novartis Oncology) und einer betroffenen Patientin.

Veranstaltungsort:

Van-Swieten-Saal der Medizinischen Universität Wien, Van-Swieten-Gasse 1a (Ecke Währinger Str.), 1090 Wien.

Veranstalter: KURIER, MedUni Wien und Novartis.


Sehen Sie hier eine Infografik zum Thema: