Haie und Quallen: Unliebsame Tiere im Mittelmeer

Blue shark swimming gracefully in deep ocean water
Foto: Getty Images/iStockphoto/JudiLen/iStockphoto .

Nicht nur Haie, auch Quallen können den Badeurlaub trüben – meist sind beide aber harmlos. Tipps, wie sich unangenehme Begegnungen vermeiden lassen.

Der Hai-Alarm auf Mallorca hinterlässt bei so manchem Badeurlauber ein mulmiges Gefühl. Immerhin ist der etwa eineinhalb Meter lange Blauhai gefährlich nahe an die planschenden Touristen geschwommen – die daraufhin panisch aus dem Wasser geflüchtet sind.

Ein grober Fehler, sagt der Hai-Experte Univ.-Prof. Jürgen Kriwet: "Hektische Bewegungen können den Jagdinstinkt erst recht wecken (siehe Tipps in der Grafik unten). Doch dieser Hai hätte den Badeurlaubern ohnehin nicht gefährlich werden können." Den Bildern nach zu urteilen, soll der Hai sehr ausgehungert ausgesehen haben. "Dieser war seiner Größe nach zu urteilen noch nicht geschlechtsreif und wohl verzweifelt auf Nahrungssuche. Blauhaie jagen in der Gruppe und die großen Männchen, die bis zu drei Meter lang werden, verhindern, dass die Jungen an Futter rankommen. Auch durch Überfischung wird die Nahrungsgrundlage immer weniger. " Die Hauptnahrung von Blauhaien sind jedoch Tintenfische, kleine Fische. Der Mensch ist für so einen Blauhai als Beute aber viel zu groß."

Der letzte tödliche Hai-Angriff in Europa ist schon Jahrzehnte her. In den 1980er-Jahren soll es vor Italien und in Griechenland zwei tödliche Attacken von Weißen Haien gegeben haben, in Kroatien gab es in den 1970er-Jahren zwei Todesfälle. Insgesamt sind 47 Hai-Arten im Mittelmeer bekannt. "Statistisch betrachtet, ist aber das Risiko, auf dem Weg zum Baden zu verunglücken oder beim Baden zu ertrinken um ein Vielfaches höher als von einem Hai angegriffen zu werden."

Nessel-Begegnung

Auch das Risiko, eine unangenehme Begegnung mit einer Qualle zu machen, ist viel höher. Die Meerestiere haben zwar kein Gehirn und bestehen zu 99 Prozent aus Wasser, doch sie tragen mitunter giftige Waffen mit sich. "Hitzewellen sorgen für erwärmte Gewässer und dadurch entwickeln sich Quallen schneller", erklärt der Direktor im Haus des Meeres, Michael Mitic. Bei Berührung explodieren die Nesselzellen und dringen wie Harpunen mit einem Druck von bis zu 200 bar in die Haut ein. "Es gibt aber auch viele, die gar nicht nesseln", betont er. "Je nach Quallenart und persönlicher Empfindlichkeit können die Folgen harmlos oder gefährlich sein." Im Mittelmeerraum gibt es jedoch kaum Quallen, die lebensbedrohlich sind – sie können allenfalls den Urlaub verderben. Der beste Tipp, nesselnde Tentakel loszuwerden, ist laut Mitic, sie mit Essig zu entfernen. Es gebe viele Mittel, die empfohlen werden – von Pinkeln über Alkohol oder Mehl. "Sie wirken – je nachdem – unterschiedlich gut. Wichtig ist, kein Süßwasser zu verwenden. Das universellste Mittel ist Essig, weil es in jedem Hotel oder Campingplatz verfügbar ist."

Einen Geheimtipp gegen Haie gibt es nicht. Laut Kriwet ist es aber effektiver, dem Tier von unten auf die Schnauze zu hauen als von oben, weil unten viele Sinnesorgane sind. "Da muss man nur aufpassen, dass die Hand nicht im Maul landet." In diesem Fall hätte der Blauhai vor Mallorca aber wohl eher Schutz gebraucht: Wegen eines angeblich festsitzenden Angelhakens im Maul wurde der Hai getötet. Grafik: Solomon, Montage Froschmayer… Foto: /istockphoto

(kurier) Erstellt am
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