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Wissen
05/12/2021

Greenpeace-Test: Pestizide in vier von zwölf Marillenmarmeladen

Die vier Bio-Produkte waren frei von Rückständen. Mangelhafte Kennzeichnung der Herkunft bei den Aufstrichen ebenfalls Kritikpunkt.

Die NGO Greenpeace hat zwölf verschiedene Marillenmarmeladen im Labor auf Pestizide testen lassen, darunter vier Bio-Produkte. Resultat der Untersuchung: In vier der Marmeladen fanden sich Pestizide, der gesetzliche Grenzwert wurde jedoch bei keinem Produkt überschritten.

Kritikpunkt für alle: Die Kennzeichnung der Herkunft auf den Verpackungen war hingegen durchgehend mangelhaft - und zwar sowohl bei biologisch als auch konventionellen Brotaufstrichen.

Gesetzliche Regelung gefordert

Die Umweltorganisation forderte daher nicht nur mehr Bio im Supermarktregal, sondern auch eine klare gesetzliche Regelung bei der Kennzeichnung. Die Angabe "aus EU/Nicht-EU-Landwirtschaft" auf den Produkten sei wenig hilfreich, hielt die NGO in einer Aussendung am Mittwoch fest. Bei den allermeisten Produkten werde gänzlich auf eine Herkunftskennzeichnung verzichtet.

Und wie der Greenpeace-Marktcheck zeigt, können die Früchte in den Produkten in Ausnahmefällen sogar aus Asien kommen. Sogar bei den Bio-Produkten, die insgesamt 18 Prozent des Sortiments ausmachen, ist das Herkunftsland nicht immer klar erkenntlich.

Pilzgifte in der Hälfte der Marmeladen

Was die Pestizidbelastung betrifft, so fanden sich in der Hälfte der konventionellen Marmeladen Rückstände von Pilzgiften. Zwar wurde der gesetzliche Grenzwert für diese Pestizide bei der Untersuchung der Marmeladen durch die LVA (Lebensmittelversuchsanstalt) in Klosterneuburg nicht überschritten, doch werden die Stoffe von Greenpeace auf einer "schwarzen Liste" geführt. "Die Pestizide gelten teilweise als vermutlich krebserregend, sind für Wasserorganismen hochtoxisch und für manche Nutzinsekten gefährlich", schrieb Greenpeace.

Es handelt sich dabei um Captan, Boscalid und Fludioxonil, alle drei werden in der konventionellen Landwirtschaft zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten eingesetzt. Captan gelte etwa als vermutlich krebserregend. Betroffen waren die vier konventionellen Produkte Bonne Maman Compote Bonne Maman Marille, Clever Marillen-Konfitüre Extra fein passiert, Darbo Marille zuckerreduziert und Julius Meinl die Feine Donau-Marille.

"Wir brauchen nicht nur mehr Bio im Regal, sondern auch eine klare Herkunftskennzeichnung. Nur so ist es den Konsumentinnen und Konsumenten möglich zu Produkten zu greifen, die in Österreich produziert und ohne Gifte am Acker auskommen", sagte Natalie Lehner, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace in Österreich, zu den Ergebnissen des Marktchecks.

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