Grabfund: Heiliger Nikolaus doch in Türkei?

Hat kein Hausverbot in der Schule: Der Nikolo © Bild: APA/dpa/Henning Kaiser

Archäologen glauben, die letzte Ruhestätte des Heiligen Nikolaus gefunden zu haben. Das könnte dazu führen, dass die Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen.

Es kursieren viele Mythen um St. Nikolaus der bei uns am 6. Dezember gefeiert, doch auch immer wieder mit dem Weihnachtsmann verwechselt wird. Archäologen glauben nun, seine Gebeine unter einer Kirche in der Provinz Antalya gefunden zu haben. Das Grab soll unberührt sein.

Nikolaos Myriotis (Nikolaus aus Myra) lebte in der 1. Hälfte des 4. Jahrhunderts nach Christus. Er war Erzbischof der lykischen Provinzstadt im heutigen Südwest-Anatolien. Der Legende nach wurden seine Gebeine im 11. Jahrhundert gestohlen und nach Bari in Italien gebracht - andere behaupten, ein Teil seiner Gebeine läge in Venedig. Doch neue Erkenntnisse von Archäologen könnten dazu führen, dass die Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen.

Demnach haben die Forscher unter der St. Nikolaus Kirche in Demre (vormals Myra in der Provinz Antalya) einen Schrein mit einem Grab gefunden. "Der Schrein ist in guter Verfassung", erklärt der Forschungsleiter Cemil Karabayram der türkischen Zeitung Hürriyet. "Wir glauben, dass es unbeschädigt ist, aber es ist schwer, an das Grab zu gelangen, da sich der Schrein unter dem mit historischen Mosaiken reich verzierten Boden der Kirche befindet und diese zuerst aufwendig gesichert und entfernt werden müssten."

Wenn sich der Verdacht erhärtet, könnten die Archäologen auf die unberührten Gebeine von St. Nikolaus stoßen. Kritiker monieren allerdings, es sei noch viel zu früh, um die Entdeckung als gesichert anzusehen - die Türken würden nur ihren Tourismus ankurbeln wollen.

( kurier.at ) Erstellt am 05.10.2017