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Wissen Gesundheit

Zahl der Corona-Impfstoffprojekte steigt

Es wird mehr als einen Impfstoff brauchen, so die Chefin des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline.

04/15/2020, 12:33 PM

Die Chefin des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline Emma Walmsley hat die Branche zur Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus aufgerufen. Die Welt benötige mehr als einen Impfstoff, daher mĂŒssten die Arzneimittelhersteller bei der Entwicklung ihre KrĂ€fte bĂŒndeln, sagte sie der BBC am Mittwoch.

GlaxoSmithKline hatte am Vortag eine Partnerschaft mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi zur Entwicklung eines Covid-19-Impstoffes angekĂŒndigt. Die klinische Erprobung soll im zweiten Halbjahr 2020 starten und die Entwicklung bis zum zweiten Halbjahr nĂ€chsten Jahres abgeschlossen sein. Noch sei eine Menge Arbeit zu tun, sagte Walmsley. "Die Welt wird definitiv mehr als einen Impfstoff brauchen, wenn man an die Nachfrage in dieser Ă€ußerst schwierigen weltweiten Gesundheitskrise denkt."

Zwischenergebnis in einigen Wochen

Wissenschafter hatten wiederholt betont, dass es noch bis zu 18 Monate dauern dĂŒrfte, bis es einen Impfstoff gibt. Dieser EinschĂ€tzung schließt sich auch der Vorstandschef des DarmstĂ€dter Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck an. "Viele gehen davon aus, dass wir in zwölf bis 18 Monaten einen Impfstoff haben, wenn wir RiesenglĂŒck haben", sagte Merck-Chef Stefan Oschmann dem Nachrichtensender ntv. "FrĂŒher hĂ€tte es vielleicht sieben Jahre gedauert, einen Impfstoff zu haben, wir sprechen jetzt von zwölf bis 18 Monaten." Auch Merck beteilige sich an der Forschung: "Wir hoffen, dass wir innerhalb von einigen Wochen Zwischenergebnisse haben."

Mindestens 77 Impfstoffprojekte angelaufen

Nach Angaben des deutschen Verbands der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) sind inzwischen mindestens 77 Impfstoffprojekte angelaufen. Damit hat sich die Zahl sei Mitte MĂ€rz fast verdoppelt, als noch von mindestens 39 Projekten die Rede war. Laut vfa hat bei fĂŒnf Projekten bereits die klinische Erprobung an Freiwilligen begonnen, dabei handelt es sich um Impfstoffe des US-Biotechkonzerns Moderna, der chinesischen CanSino Biologicals, der US-Firma Inovio sowie zwei Projekte des chinesischen Shenzhen Geno-Immune Medical Instituts. Weitere klinische Studien sollen in den kommenden Monaten starten, einige davon noch im April - darunter der Impfstoff des Mainzer Biotechunternehmens BioNTech, das mit Pfizer und der chinesischen Fosun Pharma zusammenarbeitet.

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