Thomas Szekeres (Ärztekammer ) und  Paul Sevelda (Krebshilfe, re.) 2018 beim Start  zum „Don’t smoke“-Volksbegehren

© APA/HANS PUNZ

Wissen Gesundheit
02/01/2020

Wo man sich seit 110 Jahren für Krebspatienten einsetzt

Jubiläum der Österreichischen Krebshilfe. Aufklärung und Beratung im Mittelpunkt der Arbeit.

„Die Not unserer Krebskranken wird immer größer, wir müssen etwas tun, um sie zu lindern. Könnten wir nicht zusammenkommen, um darüber zu sprechen?“

Diese Zeilen schrieb der Mediziner Julius Hochenegg 1909 an seinen Kollegen Anton Freiherr von Eiselsberg. Sie waren der erste Schritt zur Gründung der „k.u.k. Gesellschaft zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheit“ im Jahr 1910 – daraus entstand später die Österreichische Krebshilfe. „Heute gibt es in ganz Österreich ein Netzwerk aus 63 Krebshilfe-Beratungsstellen mit 100 professionell ausgebildeten Beraterinnen und Beratern – Psychologen, Onkologen – und vielen ehrenamtlich tätigen Medizinern“, sagt der Gynäkologe Paul Sevelda. Der Vorstand der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus Wien-Hietzing ist Präsident der Österreichischen Krebshilfe.

Bereits 1914 veröffentlichte die damalige Krebsgesellschaft ein Merkblatt, dass man nicht erst zum Arzt gehen sollte, wenn es zu „massiven körperlichen Beschwerden“ kommt. Heute gibt die Krebshilfe jährlich rund 500.000 Vorsorgebroschüren heraus.

Und wurde bereits in der Monarchie vor Kurpfuschern und ihren vermeintlichen Wundermitteln gewarnt, klärt heute die Krebshilfe u. a. mit der Broschüre „Komplementäre Maßnahmen JA – alternative Methoden NEIN“ die Patienten auf.
2018 führte die Krebshilfe – gemeinsam mit der Ärztekammer Wien – das „Don’t smoke“-Volksbegehren durch. Dieses forderte die Beibehaltung des Beschlusses zum generellen Rauchverbot, nachdem Bundesregierung Kurz I diesen rückgängig gemacht hatte. Mit am Schluss insgesamt 881.569 Unterschriften kam es auf den 6. Platz aller heimischen Volksbegehren.

Aktuell fordert die Krebshilfe u. a. organisierte Vorsorge- und Früherkennungsprogramme für Darmkrebs und Hautkrebs, ähnlich wie das Mammografie-Screening beim Brustkrebs. Die Durchimpfungsraten bei der HPV-Impfung – zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten – soll erhöht werden. Sevelda: „An oberster Stelle unserer Forderungen steht natürlich, dass jeder Krebspatientin und jedem Krebspatienten auch weiterhin jedes erwiesen wirksame Medikament für die Krebstherapie zur Verfügung steht und die Kosten dafür von der Österreichischen Gesundheitskasse übernommen werden.“

 

Infotag in Wien

Der Verein „Leben mit Krebs“ lädt am Montag, 24. 2., zum Krebstag in den großen Festsaal der Universität Wien (Universitätsring 1, 1010 Wien, ab 8.30 Uhr) ein. Top-Medizinerinnen und Mediziner präsentieren aktuelle Erkenntnisse. Ergänzt wird das Programm durch Vorträge zum Thema Komplementärmedizin, Sport und Ernährung. Gabriele Kornek, Präsidentin des Vereins und Ärztliche Direktorin des AKH Wien: „Aufklärung und Information bieten die beste Unterstützung, der Krankheit den Kampf anzusagen. “ Das detaillierte Programm zum Krebstag unter http://www.leben-mit-krebs.at.

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