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Wissen Gesundheit
11/28/2021

Wo die Zwei-Klassen-Medizin Realität ist

Immer mehr Ärzte werden lieber Wahlarzt statt Kassenmediziner.

von Josef Gebhard

Ewige Wartezeiten auf einen Termin und überfüllte Wartezimmer (sofern nicht gerade eine Pandemie herrscht): Wer als Kassenpatient zum Allgemeinmediziner oder Facharzt will, weiß aus eigener leidvoller Erfahrung: Die Versorgung ist ausbaufähig.

Mitverantwortlich dafür ist, dass immer mehr Mediziner in den wesentlich lukrativeren Wahlarzt-Bereich flüchten, anstatt einen Kassenvertrag anzunehmen.

Zur Erklärung: Wahlärzte sind Privatmediziner, deren Patienten allerdings bis zu 80 Prozent des Kassentarifs rückerstattet bekommen. Für einkommensschwächere Menschen ist dies aber keine Alternative zum Kassenarzt.

Bei den Allgemeinmedizinern klafft die Schere immer weiter auseinander. Sehr kritisch ist die Lage aber auch bei den Kinderärzten. Die Zahl jener mit Kassenvertrag ist  von 2019 auf 2020 um 14 auf 262 gesunken. Jene der Wahl-Kinderärzte hingegen um 23 auf 465 gestiegen, zeigen Daten aus dem Gesundheitsministerium.

Landärzte-Mangel

Der Versorgungsmangel macht  sich vor allem in Landgemeinden schmerzhaft spürbar. Sie haben oft massive Probleme, Interessenten für vakant gewordene Hausarzt-Kassenstellen zu finden.

Entspannen könnte die Lage der Ausbau der sogenannten Primärversorgungseinheiten (PVE) – Zentren oder Netzwerke von Kassen-Allgemeinmedizinern, die von anderen Gesundheitsexperten (Diätologen, Physiotherapeuten etc.) unterstützt werden. Die Vorteile für die Patienten sind großzügigere Öffnungszeiten und ein breites medizinisches Versorgungsangebot.

Doch die Ausrollung geht nur schleppend voran, wie das Beispiel Wien zeigt. Bis 2025 soll es 36 PVE geben, tatsächlich sind aber erst fünf in Betrieb. Oft ist es schwierig, Ärzte zu finden, die im Team zusammenarbeiten können oder wollen.

Innovation durch Krise

Bemerkenswerterweise hat in Teilbereichen die Pandemie zu einem Innovationsschub im niedergelassenen Bereich geführt. Notgedrungen wurden Maßnahmen eingeführt, die sich bewährt haben und nach Ende der Krise beibehalten werden könnten – zumindest wenn es nach der Ärztekammer geht. Dazu gehört zum Beispiel die Krankschreibung bei Behandlung via Telemedizin oder die Medikamentenverschreibung in der e-Medikation. 

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