© REUTERS/Dado Ruvic

Wissen Gesundheit
04/16/2021

US‐Experte Anthony Fauci rechnet bald wieder mit J&J‐Einsatz

Auch die europäische Arzneimittelagentur EMA prüft vier Fälle von Sinusvenenthrombosen nach einer J&J-Impfung und will nächste Woche ihre Ergebnisse präsentieren.

Der US‐Seuchenexperte Anthony Fauci geht davon aus, dass die amerikanischen Behörden schnell eine Entscheidung zum Vakzin von Johnson & Johnson (J&J) treffen werden. Der Impfstoff dürfte bald wieder verimpft werden, sagt der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID).

Die US-Gesundheitsbehörden (die FDA und die CDC) haben am Dienstag einen vorübergehenden Stopp der Impfungen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson empfohlen. Sechs geimpfte Frauen zwischen 18 und 48 Jahren haben dort innerhalb von zwei Wochen (6 bis 13 Tage) nach der Impfung Sinusvenenthrombosen (ein Blutgerinnsel in einer Vene des Gehirns) und einen gleichzeitigen Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie) entwickelt. Eine Frau starb und eine befindet sich in einem kritischen Zustand.

In den USA haben bereits fast sieben Millionen Menschen den Einmalimpfstoff von Johnson & Johnson enthalten, weitere neun Millionen Dosen sind ausgeliefert. Der US-Hersteller erklärte in einer ersten Stellungnahme, die Fälle seien bekannt. Allerdings gab die Firma bekannt, dass die weitere Auslieferung nach Europa verschoben wird. "Wir haben die Entscheidung getroffen, die Markteinführung unseres Impfstoffes in Europa aufzuschieben", hieß es in einem Firmenstatement. Die Behörden betonten auch, dass diese Meldung sehr selten sind. 

Auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft momentan vier Fälle von Sinusvenenthrombosen nach einer J&J-Impfung (drei davon sind US-Fälle) und wird in der nächsten Woche eine Empfehlung bezüglich des Impfstoffs abgeben. Er ist seit 11. März in der EU zugelassen.

Auch Österreich wartet Untersuchung ab

Ebenfalls am Dienstag sind die ersten 16.800 Dosen des Impfstoffes (von 2,5 Millionen bestellten) in Österreich angekommen. Diese würden noch beim Großhandel liegen, hieß es dazu am Dienstag im Gesundheitsministerium: „So lange, bis Klarheit über allfällige Nebenwirkungen herrscht, werden diese Dosen nicht an die Impfstellen ausgeliefert und auch nicht verimpft.“ Man sei in ständigem Austausch mit der Europäischen Arzneimittelbehörde und der Europäischen Kommission.

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