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Wissen Gesundheit
08/06/2021

Studie aus Israel: Warum manche Geimpfte schwer erkranken

Bestimmte Vorerkrankungen und Behandlungen lassen das Risiko einer schweren Erkrankung steigen.

Ein schwerer Corona-Verlauf trotz Impfung ist äußerst selten, aber möglich. In Israel wurde nun vom Team um Tal Brosh-Nissimov vom Samson Assuta Ashdod University Hospital untersucht, welche Personen betroffen sind. Veröffentlicht wurde die Studie in der Fachzeitschrift Clinical Microbiology and Infection.

Die Mediziner untersuchten 152 Corona-Patienten, die in 17 unterschiedlichen Spitälern behandelt wurden. Alle 152 hatten eine zweifache Impfung mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech und erkrankten frühestens acht Tage nach der zweiten Impfung. Im Mittel lagen zwischen der zweiten Impfung und der Aufnahme ins Krankenhaus knapp 40 Tage.

Von den 152 Menschen, die trotz Impfung schwer an Corona erkrankten, waren nur sechs zuvor gesund. Bei den restlichen 146 wurde mindestens eine Grunderkrankung festgestellt. Die meisten waren von Bluthochdruck (71 Prozent) betroffen, gefolgt von Diabetes (48 Prozent) und chronischem Nierenversagen (32 Prozent). Weitere Diagnosen waren Herzleiden (28 Prozent), Lungenleiden (24 Prozent), Krebs (24 Prozent) und Demenz (19 Prozent).

Kortison und Chemo

Auch langfristige Kortison-Behandlungen, Chemotherapien oder Organtransplantationen spielen wohl eine Rolle. Bei etwa 40 Prozent war das Immunsystem deswegen herunterreguliert. Bei diesen Personen kann die Impfung nur einen eingeschränkten Schutz aufbauen.

Der Verlauf der Corona-Erkrankung ist laut der Studie bei Geimpften und Ungeimpften etwa gleich. Die meisten (61 Prozent) entwickelten einen schweren Krankheitsverlauf, 22 Prozent starben an den Folgen.

Impfen, impfen, impfen

Fazit der Mediziner: „Zusätzliche Studien sind dringend erforderlich, um Prädiktoren für eine Impfstoffdurchbruchinfektion und einfache Korrelate des Impfschutzes zu identifizieren.“ Auch um Personen mit höherem Risiko zu identifizieren. Für diese müssten weiterhin strenge Vorsichtsmaßnahmen gelten und möglicherweise müssten weitere Impfungen durchgeführt werden. „Darüber hinaus wird ein indirekter Schutz gefährdeter Personen am besten durch Massenimpfungen erreicht, die zu einer Herdenimmunität führen.“

Die Studie liefert jedoch keine Antwort auf die Frage, wie häufig Geimpfte an Corona erkranken. Es ist außerdem noch unklar, ob es sich überhaupt bei allen Fällen um Impfdurchbrüche gehandelt hat. Zwei Drittel der Studienteilnehmer wurden zwar aufgrund ihrer Covid-19-Erkrankung in der Klinik aufgenommen. Bei mehr als einem Drittel war aber auch die Grunderkrankung die Ursache.

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