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12.04.2018

Pollen-Allergie: Wie Aromatherapie Betroffenen hilft

Aromatherapie kann die Vorbeugung und Behandlung von allergischen Erkrankungen unterstützen.

Niesreiz, geschwollene Schleimhäute, brennende Augen, Husten: Seit einigen Wochen macht die Pollensaison Betroffenen zu schaffen. Wie bei jeder allergischen Erkrankung stehen die medizinische Diagnose dieser, die Vermeidung von Allergenen und eine ärztlich empfohlene Behandlung an erster Stelle.

Allergiegeplagte können sich aber auch die Wirkungen ätherischer Öle zunutze machen. "Wertvolle Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen, wie Sesquiterpene, besitzen eine stabilisierende Wirkung auf Zellmembrane, wodurch die Histamin-Ausschüttung, die ursächlich an der Entwicklung allergischer Beschwerden beteiligt ist, verringert wird", erläutert Wolfgang Steflitsch, Lungenfacharzt und Vize-Präsident der Österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie und Aromapflege (ÖGwA). Andere Wirkstoffe, wie zum Beispiel Monoterpene, würden Kortison-ähnliche Eigenschaften besitzen. "Kortikosteroide zählen zu den Standardmedikamenten bei Allergie", weiß der Experte.

Konkret empfiehlt Steflitsch das Citronellol der Geranie sowie das in Lemongrass enthaltene Geranial und Neral. Auch Lavendel helfe auf natürliche Weise Beschwerden zu lindern, wie auch Schwarzkümmelöl.

Inhalation, Bäder und Co.

Für die Behandlung zuhause empfiehlt Steflitsch die klassische Inhalation oder die orale Einnahme. Bei der Inhalation werden zuerst ein bis zwei Liter Wasser mit einem Teelöffel Meersalz erwärmt. Hinzu kommen ein bis zwei Tropfen aus der Gruppe antiallergischer Öle (Atlaszeder, Kanuka, Kamille deutsch, Melisse, Oregano oder Zypresse) und ein bis zwei Tropfen aus der Gruppe entzündungshemmender Öle, zum Beispiel Eukalyptus, Kamille deutsch, Latschenkiefer, Lemongrass, Litsea, Rose, Sandelholz, Schafgarbe oder Weihrauch. Die Anwendung kann jeden Tag oder jeden zweiten Tag erfolgen und sollte zwischen fünf und 15 Minuten dauern. Bei Kindern zwischen acht und 14 Jahren gilt es die Menge bei der Öl-Zugabe auf zwei Tropfen zu reduzieren.

Für die orale Einnahme eignet sich ausschließlich Schwarzkümmelöl, das kein ätherisches Öl im herkömmlichen Sinn ist.* Laut Steflitsch in folgender Dosierung:

4. bis 8. Lebensjahr: 1x täglich ½ Teelöffel

9. bis 14. Lebensjahr: 2x täglich ½ Teelöffel

ab 15. Lebensjahr: 1x bis 2x täglich 1 Teelöffel

Auch Vollbäder mit ätherischen Ölen bieten sich zur Linderung der Symptome an. Dafür ein warmes Vollbad einlassen und acht bis zwölf Tropfen der Öle (Mischung 1: 4 Tr. Atlaszeder, 3 Tr. Manuka, 3 Tr. Eukalyptus, 2 Tr. Sandelholz oder Mischung 2: 4 Tr. Myrte, 3 Tr. Zypresse, 3 Tr. Lemongrass, 2 Tr. Rose 10%) in ein 1/8 Liter Sahne oder einen Esslöffel Meersalz mischen und im angenehm temperierten Badewasser verteilen.

Auf die Qualität achten

Die Qualität ist bei ätherischen Ölen entscheidend. Allgemein ist die Apotheke oder der gute Fachhandel für Konsumenten zu empfehlen. Es gibt auch seriöse Firmen im Netz. Hier sind Konsumenten dazu angehalten sich zu informieren und das Etikett zu prüfen. Jedenfalls sinnvoll ist auch, eine aromatherapeutische Behandlung im Vorfeld mit einem Experten abzuklären, um mögliche gesundheitliche Risiken auszuschließen.

* In einer früheren Version des Artikels war nicht präzisiert, dass ausschließlich Schwarzkümmelöl und keinesfalls ein beliebiges ätherisches Öl über den Mund eingenommen werden darf. Hierbei handelte es sich um einen redaktionellen Fehler.