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Wissen Gesundheit
11/28/2021

Österreichs Spitäler: Top-Leistungen, aber noch nicht zukunftsfit

Intensivmedizin muss Reservekapazitäten aufbauen. In der Onkologie bräuchte es mehr Telemedizin.

von Ernst Mauritz

Rund 2000 Intensivbetten gibt es in Österreich: „Die waren immer fast zur Gänze belegt, mit einer Reservekapazität für Schwankungen in der Auslastung von rund zehn Prozent“, sagt Klaus Markstaller, Leiter der Uniklinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie, MedUni Wien /AKH Wien.

Mehr an Reserve war bisher nicht notwendig: „Die Influenza hat nie bei so vielen Patienten eine intensivmedizinische Betreuung notwendig gemacht. Alle anderen Schwankungen waren zufällig und nicht groß: Ein großer Unfall etwa, ein Frühjahrswochenende mit mehr Motorradunfällen – „das konnten wir immer gut abfedern. Wenn aber eine Erkrankung hinzukommt, die in Wellen eine Zusatzbelastung von 20,30 und noch mehr Prozent verursacht, muss man sich überlegen, wie man so etwas künftig abfedern kann und das System krisensicher macht.“

Markstaller regt den Aufbau von „Reserveeinheiten“ an: „Die Kosten der technischen Ausstattung sind im Vergleich zu jenen eines Lockdowns vernachlässigbar.“ Gleichzeitig könnten – finanziell honoriert – interessierte Pflegekräfte eine intensivmedizinische Basis-Zusatzausbildung für Corona machen, die dann im Ernstfall einen rascheren Einsatz ermöglicht. „Insgesamt braucht der Pflegeberuf aber eine finanzielle und inhaltliche Attraktivierung.“

Nicht nur in der Intensivmedizin, auch in vielen anderen Bereichen, etwa der Onkologie, liefern Österreichs Spitäler Spitzenleistungen. „Doch um diese Top-Position aufrechtzuerhalten, werden wir an den Strukturen etwas ändern müssen“, sagt Wolfgang Hilbe, Präsident der Österr. Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie.

Mehr Digitalisierung

„Durch die steigende Lebenserwartung wird die Zahl der Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen stark steigen. Gleichzeitig werden die Behandlungsentscheidungen komplexer, weil jedes Jahr Dutzende neue onkologische Präparate auf den Markt kommen.“

Um das bewältigen zu können, brauche es u. a. eine Digitalisierungsoffensive: „Komplexe Behandlungen müssen in qualifizierten Teams in Zentren besprochen werden – diese wird man nicht in jedem Spital haben können. Die kontinuierliche Betreuung der Patienten kann aber vielfach in regionalen Krankenhäusern stattfinden – dafür müssen die Spitäler aber digital gut kommunizieren können. Nur für ausgewählte Termine fährt der Patient dann in das Onkologie-Zentrum.“

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