Neue Studien bestätigen hohe Wirksamkeit von Kreuzimpfung

Neue Studien bestätigen hohe Wirksamkeit von Kreuzimpfung
Das Nationale Impfgremium empfiehlt erste und zweite Impfung mit demselben Impfstoff. Die Daten seien noch zu spärlich.

Nach der Aufregung rund um seltene Fälle von Thrombosen nach einer Impfung mit Astra Zeneca haben viele Länder unterschiedliche Strategien in der Weiterimpfung gefahren. In Deutschland etwa bekamen Astra Zeneca Erstgeimpfte ihren zweiten Stich mit einem mRNA-Vakzin. Und das obwohl es zu diesem Zeitpunkt dazu nur Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten aus Tierversuchen gab.

Eine neue Studie von der Berliner Charité zeigt nun: Eine Kreuzimpfung, bei der man zuerst Astra Zeneca und zehn bis zwölf Wochen später Biontech/Pfizer erhält, wurde von den Probandinnen und Probanden gut vertragen und die Reaktogenität war in den meisten Punkten vergleichbar mit der doppelten Biontech/Pfizer Impfung. Diese wurden zum Vergleich herangezogen. Auch der bekannte Virologe Christian Drosten ist einer der Autoren der Studie. An der Studie nahmen 340 Personen teil. 

"Allerdings ist die Fähigkeit dieser Antikörper, fest an das Spike Protein zu binden (Avidität), bei der Kreuzimpfung am ausgeprägtesten. Könnte einfach am längeren Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung liegen. Mehr Zeit zur Reifung der Antikörper", fasst der Mikrobiologe Martin Moder auf Twitter zusammen. Auch die sogenannte zelluläre Immunantwort (T-Zellen) schnitt bei der Kreuzimpfung sogar etwas besser ab. 

Eine andere, kleinere Studie - 26 Personen im Alter von 25 bis 46 wurden einbezogen - untersuchte die Wirksamkeit der Kreuzimpfung im Hinblick auf Virus-Varianten. Gegen die indische Variante dürfte die Kreuzimpfung der Studie nach ebenso wirksam sein wie eine doppelte Biontech/Pfizer Impfung. Gegen die britische und südafrikanische Variante dürfte die Kreuzimpfung etwas wirksamer sein. 

Während eben in Deutschland zum Beispiel eine solche Kreuzimpfung schon seit Längerem planmäßig durchgeführt wird, hält das Nationale Impfgremium (NIG) in Österreich an einem einheitlichen Impfschema fest. 

"Das sind Zellkultur Daten und kein direktes Messen der Wirksamkeit. Sie lassen jedoch vermuten, dass AZ, gefolgt von BT so wirksam, wenn nicht sogar wirksamer sein könnte, als 2 Mal BT. Ich bin froh keine Entscheidungen treffen zu müssen, aber mir erscheint das recht sinnvoll", schreibt Moder dazu. 

Kreuzimpfung in Österreich nicht empfohlen

"Die Verwendung unterschiedlicher Impfstoffe bei Dosis 1 und 2 ist weder vorgesehen noch empfohlen und wäre eine off-label-Anwendung mit unsicherer Konsequenz, sowohl was Schutz als auch mögliche Nebenwirkungen betrifft", so die Argumentation des NIG. Es fehle noch an Daten, Ergebnisse würden aber demnächst erwartet, heißt es weiter. 

Entgegen der Empfehlung des NIG ist jedoch eine Kreuzimpfung auch in Österreich möglich, wenn man das explizit wünscht. Der verantwortliche Arzt oder die verantwortliche Ärztin sollten dabei die Aufklärung darüber und auch den ausdrücklichen Willen des Patienten oder der Patientin dokumentieren. 

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