© REUTERS/Guglielmo Mangiapane

Wissen Gesundheit
03/12/2021

Nach Todesfällen wurde AstraZeneca-Charge in Italien konfisziert

Die Gesundheitsbehörden prüfen Impfvorgänge und der Premier gerät unter Druck.

In mehreren italienischen Städten haben die Carabinieri mit der Konfiszierung der Charge ABV2856 des Impfstoffes AstraZeneca begonnen, die von der Arzneibehörde AIFA am Donnerstag verboten worden ist. Dosen aus dieser Charge mit circa 250.000 Ampullen wurden in den vergangenen Tagen in ganz Italien verteilt. Zwei Militärangehörige und ein Polizist starben auf Sizilien, einige Stunden nachdem sie mit dem Vakzin der Charge ABV 2856 geimpft worden waren.

Die sizilianische Justiz leitete Ermittlungen ein und informierte die AIFA-Behörde. Bei den Todesopfern handelt es sich um einen 43-jährigen Militäroffizier, der wenige Stunden nach der Impfung einem Herzstillstand erlag. Die Angehörigen berichteten, dass er vor der Impfung gesund war. Ermittelt wird auch um einen 50-jährigen Polizisten aus Catania, der vor zwölf Tagen nach der Impfung gestorben ist. Auch ihm war eine Dosis aus der betroffenen Charge injiziert worden. Bei dem dritten Todesfall nach der AstraZeneca-Impfung handelt es sich um einen sizilianischen Militärangehörigen, bei dem nach der Impfung eine Thrombose eingetreten sein soll.

Lehrerin verstorben

Ermittlungen wurden auch wegen des Todes eines Mitarbeiters einer Schule im Raum von Neapel aufgenommen, der am Montag immunisiert worden war. Vergangene Woche war eine 62-jährige Lehrerin in Neapel nach der Impfung verstorben.

Das Gesundheitsministerium entsendete Inspektoren nach Sizilien, um zu kontrollieren, ob die Impfungsprozeduren eingehalten worden seien. Das Oberste Gesundheitsinstitut prüft den Inhalt der Ampullen der verdächtigten Charge.

Die Telefone der Gesundheitsbehörden liefen heiß: Viele Militärangehörige und Lehrerpersonal, die mit AstraZeneca immunisiert werden sollen, erklärten sich besorgt. Die Gesundheitsbehörden befürchten, dass viele Impfungen abgesagt werden könnten. In Italien haben sechs Millionen Menschen zumindest eine Impfdosis erhalten.

Unter Druck

Die Todesfälle setzen die Regierung um Premierminister Mario Draghi unter Druck, die dieser Tage eine Beschleunigung der Impfkampagne angekündigt hatte. Draghi sprach am Donnerstagnachmittag telefonisch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über die letzten Entwicklungen. Am Freitag besucht der Ministerpräsident ein Impfzentrum auf dem römischen Flughafen Fiumicino.

Angesichts der zunehmenden Infektionszahl will die italienische Regierung am Freitag die Anti-Covid-Auflagen verschärfen. Ab kommenden Montag könnten 16 der 20 italienischen Regionen rot werden. Dann wird die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, Lokale und Geschäfte sind mit Ausnahme von Supermärkten und Apotheken geschlossen. Sardinien, Sizilien, Kalabrien und Umbrien könnten die strengen Maßnahmen erspart bleiben. Die Region Latium mit der Hauptstadt Rom sollte orange werden.

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