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Wissen Gesundheit
04/19/2021

Long Covid: Anlaufstellen nach britischem Vorbild geplant

Österreichische Gesundheitskasse will Struktur in Bundesländern aufbauen. Post-Covid-Patienten üben Kritik.

Nicht nur die Erkrankung Covid-19 ist neu - auch mit den mitunter sehr langwierigen Folgen müssen Mediziner und Gesundheitssystem erst umgehen lernen. Während Betroffene von zu frühen Gesundschreibungen berichten, kündigt die Österreichische Gesundheitskasse den Aufbau einer Struktur an.

"Es ist sicherlich notwendig, dass so eine Behörde oder so ein Ort geschaffen wird, wo die Patientinnen und Patienten sich erkundigen und informieren können. Wir haben das auch auf der Bundesländerebene vor", sagte ÖGK-Chefarzt Andreas Krauter am Montag im Ö1-Morgenjournal.  "Wir haben ein riesiges Thema mit Post-Covid", betonte er.

"Es gibt Akut-Covid, das ist vier Wochen, dann das Ongoing-Covid-Syndrom bis zwölf Wochen und dann das Long-Covid mit mehr als zwölf Wochen Krankheit. Und das fasst sich zusammen dann als Post-Covid-Zustand", erläutere der Leiter des Fachbereichs Medizinischer Dienst in der ÖGK.

Anlaufstellen

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) plant nun Anlaufstellen für diese Long-Covid-Patienten. Dafür werde zunächst ein Konzept entwickelt - Vorbild sei Großbritannien, sagte ÖGK-Chefarzt Andreas Krauter am Montag. Dort sollen bereits bis Ende April flächendeckend 83 Long-Covid-Zentren entstehen.

Das Krankheitsbild sei sehr vielfältig: Krauter sprach von neurologischen und psychiatrischen Syndromen sowie Problemen an der Lunge oder am Herzen. Ein Drittel der Patienten, die auf Intensivstationen gewesen waren, sei nach einem Jahr nach wie vor nicht fähig, sich selbst zu versorgen oder wieder in ihrem Beruf zu arbeiten.

Mangelnde Daten

"Auf der anderen Seite ist es ein Krankheitsbild, wo wir lernen müssen", sagte der ÖGK-Experte. Es gebe generell noch ein Informationsdefizit und mangelnde Daten zur Anzahl der Long-Covid-Patienten und ihren jeweiligen Folgeerscheinungen.

Selbsthilfegrupe

Kritik kommt von Patienten, die von Chefärzten gesund geschrieben wurden, obwohl sie das nicht sind, berichtete Maarte Preller, die eine Selbsthilfegruppe für Betroffene gegründet hat. "Es gibt einzelne Fälle, wo es Diskussionen darüber gibt, aber in der breiten Masse sind die Fälle noch gar nicht bei den Chefärzten angekommen", sagte Krauter dazu.

"Daher werden wir jetzt unsere Stellen in den Bundesländern entsprechend auch unterweisen, dass das gut wahrgenommen wird und ich habe auch schon mit dem Ministerium dazu Kontakt aufgenommen, damit wir eine entsprechende Rahmenbedingung schaffen, dass diese Patienten auch über den langen Verlauf dieser Nacherkrankung gut betreut werden können."

 

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