Wissen | Gesundheit
06.04.2018

Junge Dampfer werden später eher zu Tabakrauchern

Eine deutsche Studie zeigt: Als Folge des Konsums von E-Zigaretten gibt es später auch mehr Tabakraucher.

Jugendliche, die mit E-Zigaretten experimentieren, werden mit höherer Wahrscheinlichkeit auch zu einer Tabakzigarette greifen. Das zeigt eine aktuelle Studie aus Deutschland. Zentrales Ergebnis: 22 Prozent der Jugendlichen, die bereits mit E-Zigaretten Erfahrungen gemacht hatten, rauchten in Folge auch Tabakzigaretten. Bei ihren nie-rauchenden Altersgenossen waren es nur zehn Prozent.

Die Studie war von der Deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung initiiert worden. „Das breite Angebot an Geschmacks- und Aromastoffen für E-Zigaretten machen das Rauchen bei jungen Menschen wieder beliebter“, sagt der Lungenspezialist Berthold Jany.

Im Gegensatz zu Tabak enthalten E-Zigaretten keine Verbrennungsprodukte und gelten deshalb als weniger gesundheitsschädlich als Tabakzigaretten. Unbedenklich sind sie deswegen trotzdem nicht, betont Jany. „Noch lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, wie die Substanzen in der E-Zigarette sich langfristig auf die Lunge auswirken. Da sie jedoch das süchtig machende Nikotin enthalten, können sie den Einstieg ins Tabakrauchen bereiten.“ Nach Beginn der industriellen Produktion hätte es auch bei den konventionellen Zigaretten mehr als 30 Jahre gedauert, bis mit wissenschaftlicher Genauigkeit geklärt gewesen sei, dass Rauchen Lungenkrebs verursacht.

Mehr Bronchitis?

Auch das beim Dampfen entstehende Aerosol enthält entzündungsfördernde, reizende und krebserregende Substanzen, welche die Lunge langfristig schädigen können, so die Pneumologen. So hätte eine US-Studie Hinweise gefunden, dass Jugendliche, die regelmäßig dampfen, doppelt so häufig an Bronchitis erkrankten wie ihre nichtrauchenden Altersgenossen. Die Annahme, dass die E-Zigarette bei der Tabakentwöhnung helfen, wird von der aktuellen Studie nicht bestätigt.