Herzschrittmacher sind eines der Implantate, wo es gravierende Fehler gegeben haben soll.

© Getty Images/angelhell/istockphoto

Wissen Gesundheit
10/07/2021

Herzmuskelentzündung nach Impfung: Wie häufig sie wirklich auftritt

Eine Studie aus Israel zeigt, wie oft es zu der entzündlichen Herzerkrankung durch mRNA-Impfstoffe kommt und wie schwer diese sein kann.

von Elisabeth Gerstendorfer

Immer wieder gab es Berichte zu Herzmuskelentzündungen nach der Impfung mit mRNA-Impfstoffen. Zuletzt setzten Schweden und Dänemark die Impfung für alle unter 30-Jährigen mit dem Impfstoff von Moderna aus – die Begründung: Es gebe Anzeichen eines erhöhten Risikos von Nebenwirkungen wie die Entzündung des Herzmuskels oder Herzbeutels, wie die Behörden beider Länder mitteilten.

Das Risiko, davon betroffen zu sein, sei zwar äußerst gering, dennoch werde diese Vorsichtsmaßnahme getroffen.

Eine israelische Studie zeigt nun, wie häufig Herzmuskelentzündungen nach der Impfung mit mRNA-Impfstoffen auftreten.

Die Forschenden durchforsteten die Datenbank der größten israelischen Gesundheitsorganisation HCO nach Patienten, die mindestens eine Dosis des mRNA-Impfstoffs von Pfizer/Biontech erhalten hatten.

Vor allem junge Männer betroffen

In der Analyse zeigte sich: Unter mehr als 2,5 Millionen geimpften HCO-Mitgliedern, die älter als 16 Jahre waren, erfüllten 54 Personen die Kriterien für eine Herzmuskelentzündung. Die Inzidenz pro 100.000 Personen, die mindestens eine Impfdosis erhalten hatten, betrug laut den Studienautoren 2,13.

Die höchste Inzidenz für Herzmuskelentzündung wurde bei Männern zwischen 16 und 29 Jahren festgestellt: Hier betrug sie 10,69 Fälle pro 100.000 Personen.

76 Prozent der analysierten Herzmuskelentzündungen wurden als mild, 22 Prozent als mittelschwer beschrieben. Bei einer Person trat ein kardiogener Schock auf – das Herz ist dann nicht mehr in der Lage so viel Blut in den Körper zu pumpen, dass die Organe ausreichend versorgt werden können.

Potenziell lebensbedrohlich

Bei einer Herzmuskelentzündung kann es zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen. Durch die Entzündung schwillt der Muskel an – die Pumpfunktion des Herzens wird beeinträchtigt. Typische Symptome sind Abgeschlagenheit, Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Atemnot, Kopfschmerzen sowie Herzklopfen und Schmerzen hinter dem Brustbein. Diese Symptome sollten beim Arzt abgeklärt werden.

Bei Covid-Erkrankung Risiko höher

Frühere Studien zeigen, dass die Covid-Erkrankung selbst das Risiko für eine Herzmuskelentzündung erhöht. Das Risiko eine solche entzündliche Herzerkrankung zu entwickeln, ist etwa bei männlichen Teenagern, die sich mit Covid-19 infiziert haben, sechsmal höher, verglichen mit der Wahrscheinlichkeit, dass die seltene Nebenwirkung nach der Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer auftritt.

Diese Ergebnisse einer US-Studie deuten darauf hin, dass das Risiko einer Herzmuskelentzündung bei Jungen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren nach einer Covid-Infektion weitaus größer ist als das Risiko, das durch die Impfung entstehen kann.

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