Wissen | Gesundheit
22.04.2018

Helfen Extrakte der Rosenwurz gegen Stress?

Pflanzliche Präparate sind beliebt - aber oft hält die Wirkung den Versprechungen nicht stand.

Ob Schichtarbeit, Prüfungsphasen oder das Jonglieren von Berufstätigkeit und Familie: Stress kennt (fast) jeder – inklusive Folgen wie Erschöpfung, Ängstlichkeit und Leistungseinschränkung. Gerne wird dann zu pflanzlichen Anti-Stress-Hilfen gegriffen. Sie muten „natürlich“ an und sind ohne ärztliches Rezept erhältlich, zum Beispiel Mittel mit Extrakten aus der Rosenwurz. Die Public Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" und der Donau-Universität Krems haben die Faktenlage zum Thema geprüft.

Studien sind nicht aussagekräftig

Fraglich ist allerdings, ob Präparate mit Rosenwurz überhaupt Abhilfe gegen Stress schaffen können. Zwar gibt es einige Studien zum Thema. Diese waren aber nicht gut gemacht: Sie hatten nur wenige Probanden sowie etliche Mängel in punkto Durchführung und Auswertung, zum Beispiel fehlte mitunter die Verblindung. Das heißt, die Teilnehmer wussten in diesem Fall, ob sie ein „echtes“ Präparat oder ein Scheinmittel (Placebo) bekamen. Das kann zu einer Fehleinschätzung der Wirkung führen.

Unterschiedliche Ergebnisse

Insgesamt sind die Aussagen also nicht verlässlich. Außerdem sind die Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen: Während manche einen gewissen Vorteil durch Rosenwurz feststellten, blieb dieser vermeintliche Effekt in anderen Studien aus.

Das heißt, dass auf Basis der besten verfügbaren wissenschaftlichen Untersuchungen nicht gesagt werden kann, ob in Form der Rosenwurz ein Kraut gegen Stress gewachsen ist – oder ob die Pflanze, die in kalten Regionen wie Sibirien gedeiht, schlicht wirkungslos ist. Zu dieser Einschätzung ist übrigens auch ein wissenschaftliches Gremium der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA gekommen.  

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