Der Glühwein gilt in der Weihnachtszeit als ein beliebtes Heißgetränk.

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Wissen Gesundheit
12/10/2019

Glühwein: Das Zuckerschlecken in der Weihnachtszeit

Die Getränke am Weihnachtsmarkt enthalten enorme Zuckermengen. Was das für Risiken birgt und warum eine Zuckersteuer helfen könnte.

Ungeachtet ihres hohen Zuckergehalts konsumieren wir in der Weihnachtszeit die verlockenden und vor allem wärmenden Getränke auf den Christkindlmärkten. Oft ziehen wir Glühwein dem vermeintlich süßeren Punsch vor, man möchte doch nicht unnötigen Zucker zu sich nehmen. Eine Überprüfung des österreichischen Testmagazins Konsument ergab 2018 jedoch, dass in einer Tasse Glühwein durchschnittlich 5,5 Zuckerwürfel enthalten sind, deutlich mehr als in Coca-Cola oder Red Bull.

In ihren 2015 veröffentlichten Empfehlungen für Zuckerkonsum von Erwachsenen und Kindern rät die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Einnahme auf fünf Prozent des täglichen Energiebedarfs zu reduzieren. Bei einem erwachsenen Mann mit einem täglichen Energiebedarf von 2.300 kcal entspricht dieser Wert ungefähr 30 Gramm Zucker. Allein zwei Glühwein übersteigen bereits diesen Tagesrichtwert.

Keine Verbesserung in Sicht

Zuckerhaltige Getränke sind nicht nur ein heiß diskutiertes Thema in der Weihnachtszeit. Aus der WHO-Studie geht außerdem hervor, dass die Lebensmittelhersteller kein Interesse daran haben, den Zuckergehalt in ihren Produkten zu reduzieren. Sie fürchten, dass es dadurch zu einem Einbruch ihrer Verkaufszahlen und Einnahmen kommen könnte. Zucker ist bis heute ein billiger Rohstoff, der von den Konsumenten mit Vorliebe gekauft wird.

Dennoch ist unumstritten, dass übermäßiger Zuckerkonsum negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen hat. Die Untersuchung der WHO gibt Beispiele wie etwa ein erhöhtes Risiko für Diabetes sowie Karies und Adipositas.

Neue Lösungsansätze

Eine neue Studie unter der Leitung eines Forschers der Harvard T. H. Chan School of Public Health legt nahe, gesüßte Getränke nach der Menge an Zucker zu besteuern, die sie enthalten. Dieser Ansatz steht im Kontrast zu der normalerweise angewandten Methode, die Getränke nach dem Flüssigkeitsvolumen zu besteuern.

Die Autoren argumentieren, dass eine solche Steuer dazu führen würde, dass Erwachsene in den USA 2,3 Gramm weniger Zucker pro Tag aus zuckergesüßten Getränken konsumieren würden. Dies würde zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von etwa 3,1 Kilogramm pro Person führen. Außerdem könnte durch die neue Besteuerung die Zahl der Adipositasfälle in den USA um 630. 000 Erwachsene sinken – 11.000 Menschen weniger würden pro Jahr Diabetes entwickeln.