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03.07.2018

Verpackter Salat als Krankmacher: Worauf Sie achten müssen

In vorgeschnittenem und verpacktem Obst und Salat können sich Bakterien und Pilze verbergen. Wie Sie dies erkennen können.

Auf den ersten Blick sind aufgeschnittene Melonen- oder Ananasstücke und zerkleinerte Blattsalate praktisch. Immerhin ist ein großer Teil der Zubereitungsarbeit schon erledigt und man kann sie direkt verzehren. Doch vom Anbau bis zum Verkauf im Supermarkt besteht das Risiko, dass Obst und Salate mikrobiell kontaminiert werden, wie das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in einer Aussendung betont.

In Untersuchungen der vergangenen Jahre konnten Enterobakterien, Schimmel- und Hefepilze nachgewiesen werden. In Einzelfällen wurden auch potenziell krankmachende Keime entdeckt.

Jede fünfte Probe nicht gekühlt

Da zerkleinerte und in Folie verpackte Salate und Obst leicht verderblich sind, müssen bei diesen Produkten strenge Hygienevorschriften beachtet werden. Sie müssen im Handel immer gekühlt angeboten und auch zuhause im Kühlschrank aufbewahrt werden. Eine deutsche Untersuchung von 745 Proben vorverpackten aufgeschnittenen Obstes aus dem Jahr 2016 zeigte, dass etwa jede fünfte Probe im Handel nicht gekühlt angeboten wurde.

Am häufigsten wurden Schimmelpilze nachgewiesen – 18 Prozent der Proben hatten einen Gehalt, der über den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie liegt. Bei jedem zehnten Produkt waren die Richtwerte für Enterobakterien überschritten. Diese kommen im gesunden Darm vor, manche von ihnen können aber auch Krankheiten auslösen. In fünf von 745 Proben konnte der Erreger Escherichia coli nachgewiesen werden. Salmonellen konnten in dieser Testreihe nicht nachgewiesen werden.

Keime vermehren sich rasch

Anders als viele andere verarbeitete Produkte durchlaufen vorgeschnittene Salate und abgepackte Obststücke keinen Produktionsschritt, der Mikroorganismen abtöten kann. Sie können aufgrund der Anbaubedingungen in Kontakt mit diversen Mikroorganismen kommen. Etwas weniger gefährdet als etwa Salat ist Obst mit einer Schale: Dieses kann erst durch das Aufschneiden kontaminiert werden. Bei Salatblättern hingegen können bereits durch kleine Schnitt- und Bruchstellen in den Blättern und den daraus austretenden Saft Mikroorganismen wachsen.

Das häufig säurearme Fruchtfleisch der angebotenen Obstsorten und das feuchte Milieu der folienverpackten Salatmischungen fördern das Wachstum von Keimen. Werden die Produkte nicht gekühlt, können sich Bakterien schneller vermehren.

Beim Kauf sollte folgendes beachtet werden

- Eine hohe Keimbelastung ist selten mit bloßem Auge zu erkennen. Trotzdem lohnt ein gezielter Blick, um den Frischezustand des Produktes zu erkennen. Farbverlust, braune Stellen oder viel Flüssigkeit weisen auf eine mangelnde Frische hin. Ebenso kritisch ist eine gewölbte Verpackung, da die gebildeten Gase Zeichen der einsetzenden Gärung sind.

- Achten Sie beim Kauf darauf, dass vorgeschnittenes Obst und Salate im Kühlregal liegen, und halten sie das Verbrauchs- bzw. Mindesthaltbarkeitsdatum ein.

- Verzehren Sie das aufgeschnittene Obst bzw. den bereits zerkleinerten Salat rasch oder bewahren Sie es im Kühlschrank oder einer Kühltasche auf. Entsorgen Sie Produkte, die längere Zeit einer hohen Temperatur ausgesetzt waren, also beispielsweise ungekühlt gelagert oder gar dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt wurden.