Citriodiol kommt oft in Insektensprays zum Einsatz.

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Wissen Gesundheit
08/27/2020

Gelsenspray: Inhaltsstoff könnte SARS-CoV-2 auf der Haut inaktivieren

Die Substanz Citriodiol könnte ersten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge gegen das neuartige Coronavirus wirksam sein.

Lästige Gelsen abwehren – und damit das neuartige Coronavirus gleich mit bekämpfen? Das könnte tatsächlich möglich sein, wie erste wissenschaftliche Erkenntnisse auf Großbritannien nun nahelegen.

Das Defence Science and Technology Laboratory, eine Forschungsunterbehörde des britischen Verteidigungsministeriums, hat exklusiven Berichten des Senders Sky zufolge Tests mit dem Inhaltsstoff Citriodiol – das gängigerweise Insektensprays zugesetzt wird – durchgeführt und Hinweise auf eine entsprechende Wirkung gegen den pandemischen Erreger gefunden.

Sprühen gegen Corona

Bereits im April hatte der Sender berichtet, dass das Militär des Vereinigten Königreichs mit einem vorrätigen Insektenschutzmittel ausgestattet wurde, um dessen Effekt auf SARS-CoV-2 zu prüfen. Aus früheren Untersuchungen ist bekannt, dass Citriodiol andere, für den Menschen harmlosere Arten von Coronaviren auf Oberflächen oder der menschlichen Haut abtöten kann.

Forscher des Verteidigungsministeriums führten parallel eine Studie durch, um zu erheben, ob sich die Erkenntnisse auf den neuen Erreger übertragen lassen.

Nun wurde bekannt, dass Citriodiol oberflächlich angewandt auch das neuartige Coronavirus zumindest teilweise inaktivieren könnte.

Gelsenspray allein biete allerdings keinen ausreichenden Schutz, hießt es laut Sky, und werde vom Militär derzeit daher nur als zusätzliche Vorkehrungsmaßnahme und Hygieneregel zusammen mit Masken und Händewaschen angewandt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Was ist Citriodiol?

Citriodiol wird aus einem öligen Extrakt aus den Blättern und Zweigen des Zitroneneukalyptus hergestellt.

Wegen seiner insektenabstoßenden Wirkung wird es in viele Repellents gemischt, wo es den Menschen bis zu acht Stunden vor Gelsenstichen (Malariamücken, Gelbfiebermücken und Tigermücken) und bis zu vier Stunden vor Zeckenbissen bewahren kann.

Für eine abschließende Bewertung der Erkenntnisse des Defence Science and Technology Laboratory ist es freilich noch zu früh. In weiteren Testungen soll die Wirksamkeit der Substanz weiter analysiert werden.

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