Wissen | Gesundheit
06.04.2018

Gefährlicher Aquariumbewohner: Britische Familie vergiftet

In Aquarien schauen Korallen und Anemonen schön aus. Was passiert, wenn sie hochgiftig sind, zeigt ein Fall in Großbritannien.

In Großbritannien wurde laut Tageszeitung Mirror ein Fall bekannt, bei dem eine sechsköpfige Familie und vier Feuerwehrleute mit der Substanz Palytoxin vergiftet wurden. Auch zwei Hunde waren betroffen. Der Aquariumbesitzer Chris Matthews hatte das Becken und seinen Inhalt gereinigt, bald darauf entwickelten er und seine Familie grippeähnliche Symptome und Probleme mit den Augen. „Es fühlte sich wie Lungenentzündung an“, sagte Matthews in einem Interview. Und: „Hätten wir noch eine weitere Nacht in der Wohnung geschlafen, wären wir vielleicht nicht mehr am Leben.“ Es lag das Gift Palytoxin in der Luft. Als sich alle schlecht fühlten, alarmierte man den Notruf. Matthews und seine Angehörigen wurden ins Spital eingeliefert, die Wohnung wurde von der Polizei abgeriegelt. Auch die Feuerwehrleute mussten behandelt werden.

Schüttelfrost, Fieber - aber kein Gegengift

Palytoxin wird vor allem von Anemonen gebildet. Beim Versuch, das Aquarium zu reinigen oder die Anemone zu entfernen, kann es zu Problemen kommen. Da es sich in Salzwasser löst, kann es über die Luft leicht in die Atemwege gelangen, ebenso über Schnittwunden, direkte Berührung.  Typische Symptome für eine Vergiftung sind Muskel- und Gliederschmerzen, Schwächegefühl, Kribbeln- und Taubheitsgefühl, Fieber, Hautreizungen, Schüttelfrost und Fieber, aber auch Magen- und Darmbeschwerden. „Gegengift gibt es keines, man bekämpft nur die Symptome“, sagt Dr. Tara Arif von der Vergiftungsinformationszentrale in Wien. Dort seien bisher nur zwei Anfragen hinsichtlich dieses Gifts, das vor allem von Krustenanemonen (wirbellose Blumentiere) stammt, bekannt. „Bei einem Fall war es vor allem die Aufregung, die entstand, als der Betroffene im Internet nach Symptomen suchte, im anderen Fall führte eine andere Substanz beim Versuch, die Krustenanemone zu eliminieren, zu Problemen“, sagt sie. In diversen Foren wird das Thema diskutiert, Todesfälle sind aber keine bekannt.

Erste Hilfe

Wer mit einer Krustenanemone in Kontakt kommt, sollte die Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren (01 406 43 43), „bei ausgeprägten Symptomen sollte man auf jeden Fall ins Spital“, so die Expertin. Sie warnt davor, sich Pflanzen oder Ähnliches in die Wohnung zu nehmen, von deren Giftigkeit man wenig weiß: „Man sollte sich hier immer vorab informieren.“  Das gilt vor allem für Pflanzen aus den Tropen, die man sich von der Fernreise mit nach Hause nehmen möchte. Für das Reinigen des Aquariums und den Umgang mit der Krustenanemone oder ähnlichen Wasser-Lebewesen gilt: Atemschutz, Brille und Handschuhe tragen. Oder sich das gute Stück erst gar nicht anschaffen.