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Wissen Gesundheit
06/29/2022

FDA-Gremium will für den Herbst angepasste Covid-Impfstoffe

Moderna sowie BioNTech-Pfizer stehen bereits in den Startlöchern - Erwartung von Zulassung im Herbst.

Berater der US-Arzneimittelbehörde FDA haben für den Herbst Änderungen bei den Covid-19-Impfstoffen empfohlen, mit denen die aktuell zirkulierenden Varianten des Virus abgedeckt werden können. Mit großer Mehrheit sprach sich das Beratungskomitee der Behörde dafür aus, dass die neue Generation von Booster-Impfungen vor der Omikron-Variante des Virus schützen solle.

Die FDA will nun bis Anfang Juli über die Zusammensetzung der Covid-19-Impfstoffe für den Herbst entscheiden. Mit der Verabreichung von angepassten Auffrischungsimpfungen könne dann bis Anfang Oktober begonnen werden, sagte Peter Marks, Leiter des FDA-Zentrums für die Bewertung und Erforschung biologischer Produkte, am Rande des Treffens mit den Experten. "Je besser die Impfstoffe auf den zirkulierenden Stamm abgestimmt sind, desto höher ist unserer Meinung nach die Wirksamkeit des Impfstoffs und desto dauerhafter ist der Schutz."

Zwei Impfstoffkandidaten

Das US-Biotechunternehmen Moderna sowie die Partner BioNTech und Pfizer stehen mit ihren an die hochansteckende Omikron-Variante angepassten Impfstoffen bereits in den Startlöchern. Beide hatten erst kürzlich erste Daten zu den Vakzinen veröffentlicht. Der Omikron-Booster von Moderna - eine Kombination aus dem ursprünglichen Moderna-Vakzin Spikevax und einem gegen die Omikron-Variante gerichteten Impfstoffkandidaten - erzielte demnach eine bessere Antikörperreaktion als Spikevax.

Biontech und Pfizer legten Ergebnisse zu zwei Impfstoffkandidaten vor: einem an die Omikron-Variante angepassten Vakzin sowie einem, bei dem es sich um eine Kombination aus dem bestehenden Biontech-Vakzin Comirnaty und einem gegen das Spike-Protein der Omikron-Variante BA.1 gerichteten Impfstoff handelt. Eine Auffrischungsdosis mit einem der angepassten Vakzine löste den Angaben zufolge eine deutlich höhere Immunantwort aus als der bestehende Impfstoff der beiden Unternehmen.

Die angepassten Impfstoffen von Moderna und BioNTech/Pfizer haben gemeinsam, dass sie zwar auch gegen die in letzter Zeit vorherrschenden Omikron-Untervarianten BA.4 und BA.5 gut abschnitten - allerdings in geringerem Maße als gegen die Variante BA.1, die im vergangenen Winter dominierte und gegen die die Impfstoffe speziell entwickelt wurden. Die Studienergebnisse wurden der FDA im Vorfeld ihres Treffens vorgelegt und auch mit der Internationalen Koalition der Arzneimittelzulassungsbehörden (ICMRA) vor anstehenden Gesprächen am 30. Juni geteilt.

Zulassung bis Herbst erwartet

Moderna geht davon aus, dass seine neue Impfung einen "dauerhaften Schutz gegen die gesamte Familie der Omikron-Varianten" bieten kann. "Omikron verfügt über sich kontinuierlich weiterentwickelnde Subvarianten, die BA.1 verdrängt und tendenziell ein erhöhtes Potenzial haben, das Immunsystem zu umgehen. Wir werden daher weiterhin wachsam sein und sind bereit, unsere Omikron-basierten Impfstoffkandidaten rasch an neu auftretende Subvarianten anzupassen, falls epidemiologische und Labordaten darauf hindeuten", hatte Biontech-Chef Ugur Sahin bei Vorlage der Studiendaten gesagt. Beide Unternehmen rechnen mit einer Zulassung ihrer Omikron-Booster bis zum Herbst.

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