Topmodel Lila Moss schwebt mit Insulinpatch über den Laufsteg

© APA/AFP/STEPHANE DE SAKUTIN

Wissen Gesundheit
11/13/2021

Diese Stars katapultieren Diabetes ins Scheinwerferlicht

Superstars nutzen ihre Reichweite, um auf die zwei Typen der Stoffwechselstörung aufmerksam zu machen und junge Betroffene zu ermutigen.

von Julia Pfligl

Lila Grace Moss ist nicht nur die Tochter von Neunzigerjahreikone Kate Moss, sondern selbst ein aufstrebendes Topmodel. Umso beachtlicher war ihr Auftritt bei der Mailänder Modewoche im September: Gut sichtbar trug die 18-Jährige am Oberschenkel ihr Insulinpflaster (Omnipod), während Hunderte Augen und Kameras auf sie gerichtet waren. Dieses benötigt sie, um ihren Blutzucker zu regulieren – denn Moss leidet an Typ-1-Diabetes, einer Autoimmunerkrankung, die häufig im Teenageralter auftritt (siehe unten).

Ein Vorbild wie Lila Moss – 225.000 Menschen folgen ihr alleine auf Instagram – hätte Nick Jonas in seiner Jugend gebraucht, wie er jetzt dem Magazin People erzählte. Der Popstar war 13, als bei ihm Diabetes Typ 1 festgestellt wurde, nur kurz davor hatte er mit seinen Brüdern die Band The Jonas Brothers gegründet. „Als ich meine erste Diagnose erhielt, saß ich im Krankenhaus und hatte Todesangst“, sagte der 29-Jährige. „Es wäre toll gewesen, jemanden zu haben, den man zu der Zeit hätte anschauen und sagen können ,Oh, das ist ein Mensch, der damit lebt und der seinem Traum folgt.’“ Nun wolle er selbst ein Vorbild für junge Betroffene sein.

Angst vor Ausgrenzung

Im Zuge der Body-Positivity-Bewegung in den sozialen Medien stehen immer mehr Superstars offen zu ihren Makeln und sprechen über ihre chronischen Erkrankungen.

Der Effekt sollte keinesfalls unterschätzt werden, sagt die Psychologin Caroline Culen, die bereits mit vielen Familien zu diesem Thema gearbeitet hat. „In Österreich leiden knapp 200.000 Kinder und Jugendliche an chronischen Erkrankungen, viele davon nicht sichtbar. Viele versuchen ihre Erkrankung zu verstecken, weil sie Scham empfinden, Angst vor Ausgrenzung oder Unverständnis haben“, sagt die Psychologin.

Vor allem zu Diabetes gebe es nach wie vor viel Unwissen und auch Vorurteile (so ist etwa Typ 1 nicht durch den Lebensstil beeinflusst, sondern angeboren).

„Jede bekannte Persönlichkeit, die offen über ihr Leben mit Diabetes spricht, hilft, dass es allgemein mehr Verständnis und mehr Selbstverständlichkeit im Umgang mit der Krankheit gibt. Gerade für Kinder und Jugendliche sind positive Role Models wichtig und hilfreich.“

Dazu zählen nicht nur Idole aus der Popkultur, sondern auch Hochleistungssportler. Typ-1-Diabetiker Nacho Fernández wurde im Alter von zwölf mitgeteilt, dass er seinen Traum vom Profifußball aufgeben müsse, heute kickt er bei Real Madrid.

Lebensstil ändern

Während Typ-1-Diabetes unheilbar ist, lässt sich der deutlich häufigere Typ 2 durch ausreichend Bewegung und die richtige Ernährung in vielen Fällen in den Griff bekommen. Wie sie das geschafft haben, erzählten etwa die beiden Filmstars Tom Hanks (65) und Halle Berry (55) in Interviews.

So gab Oscarpreisträgerin Berry an, seit dreißig Jahren auf Kohlenhydrate zu verzichten und sich rein ketogen zu ernähren. Hanks nahm nach seiner Diabetes-Diagnose im Jahr 2013 etliche Kilos ab, wie er bei David Letterman verriet. Zwanzig Jahre zuvor hatte er die mahnenden Worte seines Internisten über erhöhte Blutzuckerwerte ignoriert – ein Fehler, den er nun anderen durch seine Vorbildwirkung ersparen möchte.

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