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Wissen Gesundheit
12/21/2020

Coronavirus: Geruchsverlust als Langzeitfolge

Bei einer signifikanten Zahl an PatientInnen, die an Corona erkrankt waren, ist der Geruchssinn auch nach vier Monaten nicht vollständig wiederhergestellt.

Neben trockenem Husten und Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen zählen der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn bereits seit dem Frühjahr zu den von den Gesundheitsbehörden anerkannten Hauptsymptomen von Covid-19. 

Mit Corona infizierte Personen können einige ganz spezielle Gerüche nur noch schlecht oder gar nicht mehr wahrnehmen - darunter insbesondere Menthol und Citronellal sowie andere Gerüche, die auf den Stoffgruppen der Aldehyde und Alkohole basieren.

Wie nun aus einer Studie der Danube Private University (DPU) Krems hervorgeht, kann der Geruchsverlust auch lange nach einer Infektion anhalten. Laut Prof. Dr. Christoph Kleber, Leiter der Geruchsstudien an der DPU Krems, ist der Geruchsverlust bei einer signifikanten Zahl an PatientInnen auch nach vier Monaten noch nicht wieder komplett hergestellt und somit als Langzeitfolge einer Infektion zu werten. Die Gruppe der ehemals Infizierten schnitt beim Geruchstest signifikant schlechter ab als die Gruppe derjenigen, die nicht mit dem Virus in Kontakt kamen.  

Insgesamt nahmen rund 450 Personen, darunter 105 mit vorangegangener nachweislicher Infektion, an der Studie teil.

Zuvor wurden Geruchsstörungen bereits als frühes Symptom einer SARS-Cov2-Infektion erkannt, die häufig vor dem Auftreten von Kernsymptomen der Atemwege, Fieber oder Muskelschmerzen auftritt.

Mittlerweile steht fest, dass eine bestimmte Zellart im Riechepithel, die sog. Sustentakel oder Stützzellen, von SARS-CoV2 infiziert werden, was sich wiederum negativ auf die Kapazität der Riechnervenzellen auswirkt.  Diese Stützzellen können sich innerhalb kurzer Zeit regenerieren, was erklärt, warum der Geruchssinn sich bei vielen Patienten nach zwei bis drei Wochen vermeintlich normalisiert.  Ein chronischer Geruchverlust muss jedoch andere bzw. zusätzliche Ursachen haben. 

Heike Rebholz, Assoziierte Professorin an der DPU, betont: "Es ist sehr wichtig, zu verstehen, inwieweit die Riechnervenzellen oder Teile des Gehirns, die mit dem Nasenraum verbunden sind, bei einer chronischen Riechdefizienz betroffen sind. Die Studie der DPU wird durch ihren Fokus auf verschiedene Geruchstypen wichtige Informationen liefern und dazu beitragen, diese Fragen zu klären".

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