Impfung

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Wissen Gesundheit
07/22/2020

Corona und Grippe: Warum impfen heuer wichtiger ist

Ziel: Weniger Influenza-Erkrankte. Um 40 Prozent mehr Impfstoff verfügbar als im Vorjahr.

von Ingrid Teufl

Mit SARS-CoV-2 gibt es in der kommenden Saison für Influenza und Erkältungen einen neuen Mitspieler. Um die Belastungen für das Gesundheitssystem möglichst gering zu halten, wolle man heuer besonderes Augenmerk auf die Grippe-Impfung legen, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Mittwoch.Da sich die Symptome ähneln, ist die Unterscheidung der unterschiedlichen Erreger schwierig.

„Husten, Fieber oder Halsweh kann sowohl eine Infektion mit Rhinoviren oder mit SARS-CoV-2 sein“, sagt Monika Redlberger-Fritz, Virologin an der MedUni Wien, im KURIER-Gespräch. Was sicher ist: „Wir müssen damit rechnen, dass es im Herbst wie jedes Jahr zu einem vermehrten Aufkommen anderer respiratorischer Viren kommt.“ Dazu zählen etwa Rhino-, Adeno-, Entero- oder Metapneumoviren, die die typischen Erkältungskrankheiten und grippalen Infekte auslösen.

Ein wesentlicher Punkt ist das Zusammentreffen der Corona-Pandemie mit der alljährlichen Grippe. Sogenannte „Co-Infektionen“ mit Influenza- und SARS-CoV-2-Viren gleichzeitig könne nicht nur zu Problemen für die Betroffenen führen, sondern auch das Gesundheitssystem überlasten, warnt die Expertin. „Man muss sie erkennen und richtig behandeln.“

Grippe-Welle

Die ersten Influenza-Viren erwartet Redlberger-Fritz frühestens im Dezember, mit einer Grippe-Welle mit sehr vielen Erkrankten sei im Jänner, Februar zu rechnen. Zwischen 90.000 und 440.000 Erkrankte gibt es in Österreich alljährlich.

Da es gegen Grippe eine Impfung gibt, soll diese laut Anschober forciert und damit die Zahl und Schwere der Erkrankungen reduziert werden. Die Durchimpfungsrate (5 bis 8 Prozent) liegt weit unter dem europäischen Schnitt. Die Impfstoff-Bestellung orientiert sich aufgrund langer Vorlaufzeiten an den jeweiligen Vorjahreszahlen.

Ob sich heuer mehr Österreicher impfen lassen, wisse man nicht, so Anschober. Im Vergleich zu 2019 (756.000 Dosen) konnten heuer 1,1 Millionen Impfdosen beschafft werden. Das sind um 40 Prozent mehr. Dazu kommen 200.000 Dosen des neuen Gratis-Kinderimpfprogramms (Nasenspray) sowie 100.000 Stück eines speziellen Impfstoffs, der die vierfache Menge an Virus-Antigenen (Virusbestandteile) enthält. Dadurch werden vom Immunsystem höhere Antikörperspiegel produziert. Er ist für über 65-Jährige vorgesehen. Redlberger-Fritz: „Die Fähigkeit zur Antikörper-Bildung nimmt im Lauf des Lebens ab.“

Die zirkulierenden Virenstämme verändern sich jedes Jahr – darauf muss der Impfstoff angepasst werden, sagt Christa Wirthumer-Hoche, Leiterin der Medizinmarktaufsicht der Agentur für Gesundheit und Ernährung (AGES). „Die WHO veröffentlicht im Februar eine Empfehlung für die Nord-Halbkugel.“ Basis ist das weltweite Surveillance-Programm, das dem Jahreskreislauf der Influenza rund um die Welt folgt.

Bis etwa Ende August die Prüfung und Zulassung der ersten Chargen des Impfstoffs erfolgen kann, dauert es rund sechs Monate. Wirthumer-Hoche: „Mehr als 90 Prozent der Influenza-Impfstoffe entstehen aus speziell bebrüteten Hühnereiern.“ Das bedarf einer langfristigen Planung: „Für die Produktion des jährlichen Impfstoffbedarfs braucht man mehr als 5 Millionen Eier.“Ingrid teufl

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