Cannabis: In Österreich ist keine Legalisierung in Sicht

Cannabis: In Österreich ist keine  Legalisierung in Sicht
Österreichisches Gesundheitsministerium: Deutscher Weg soll „beobachtet werden“.

In Österreich ist keine Legalisierung von Cannabis geplant. Das sei „nicht Teil des Regierungsprogramms“, heißt es aus dem Kabinett von Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne). „Es gibt derzeit keine parlamentarische Mehrheit dafür.“ In Deutschland dürfen ab dem 1. April Personen, die mindestens 18 Jahre alt sind, zu Hause bis zu 50 Gramm Cannabis aufbewahren. Österreich werde aber die Erfahrungen, die Deutschland mit seinem „neuen Weg“ macht, „genau beobachten“. Die gesellschaftlichen Auswirkungen der Legalisierung sollen nach vier Jahren wissenschaftlich bewertet werden.

Die zentrale Prämisse in der österreichischen Drogenpolitik sei „Therapie statt Strafe“. Personen mit problematischem Konsumverhalten sollen einen möglichst niederschwelligen Zugang zu Beratung und Behandlung erhalten. „Eine Kriminalisierung von Konsumentinnen und Konsumenten ist nicht zielführend.“

Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Österreich. 30 bis 40 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (15-24 Jahre) haben Erfahrungen mit Cannabiskonsum, heißt es im „Bericht zur Drogensituation 2023“. Meist beschränken sich diese aber nur auf einen kurzen Lebensabschnitt. Teilweise werden die Cannabisblüten mit synthetischen Cannabinoiden versetzt, „wodurch die unerwünschten Wirkungen des Cannabiskonsums ansteigen“, so der Bericht. Das erhöht das Risiko von Psychosen, schweren psychischen Störungen.

Diese können aber auch bei regelmäßigem Konsum von reinem Cannabiskraut auftreten. Die Psychiaterin Adelheid Kastner weist darauf hin, dass der Gehalt der psychoaktiven Substanz THC in im Straßenverkauf (illegal) erhältlichen Cannabis in den vergangenen 15 Jahren deutlich gestiegen ist – alleine dadurch hat das Risiko für psychotische Erkrankungen wie Schizophrenie zugenommen. Suchtexperten fordern – bereits ab dem Volksschulalter – mehr Prävention. Hauptverantwortlich für die Umsetzung präventiver Maßnahmen sind die auf Länderebene angesiedelten Fachstellen für Suchtprävention, heißt es im Gesundheitsministerium. "Auf Bundesebene werden inbesondere durch den Fonds Gesundes Österreich Projekte zur Suchtprävention umgesetzt." 

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