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Wissen Gesundheit
05/19/2021

80 Impfdurchbrüche trotz Vollimmunisierung in Österreich

Acht Betroffene starben nach einem solchen "Impfdurchbruch".

Die in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe haben allesamt eine hohe Wirksamkeit gegen schwere Covid-19-Verläufe. Wie bei Vakzinen gegen andere Krankheiten ist jedoch kein hundertprozentiger Schutz möglich.

In Österreich wurden laut dem aktuellen Nebenwirkungsbericht des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) bei Vollimmunisierten bisher 80 Covid-Fälle gemeldet, 20 davon schwer. Acht Betroffene starben, einer war in Lebensgefahr und elf in Spitalsbehandlung.

Eine Covid-19-Erkrankung wird dann als sogenannter Impfdurchbruch gemeldet, wenn nach der zweiten Dosis ein Zeitraum von sieben Tagen bzw. nach der Einzeldosis des Johnson & Johnson-Vakzins ein Zeitraum von 28 Tagen oder mehr verstrichen ist.

Die betroffene Person muss SARS-CoV-2 positiv getestet sein und zusätzlich Symptome wie z.B. Fieber, Kurzatmigkeit, Husten oder Geruchs- bzw. Geschmacksverlust haben. Eine Infektion ohne erkennbare Erkrankung wird nicht als Impfdurchbruch eingestuft.

Welche Impfstoffe waren betroffen?

79 der bisher 80 gemeldeten Erkrankungsfälle von Geimpften betrafen den Hersteller BionTech/Pfizer, einer Moderna. Mit AstraZeneca sind durch das längere Intervall bis zur zweiten Dosis erst vergleichsweise wenig Menschen in Österreich voll immunisiert. Johnson&Johnson scheint zudem diese Woche erstmals im BASG-Bericht mit bis zum 14. Mai erst 9.916 verabreichten Dosen auf.

Je nach Studienlage wirken die vier in der EU zugelassenen Impfstoffe mindestens bis zu 70 Prozent Infektionen verhindernd und zu etwa 90 Prozent krankheitsverhütend, in Bezug auf schwere Verläufe teils höher.

Auch Impfungen, die keinen 90- oder hundertprozentigen Schutz bieten, haben gute Effekte auf Pandemien. Das ist beispielsweise bei der Influenza oder den Pneumokokken der Fall.

Das Gesundheitsministerium will mit einer Novelle des Epidemie- und des Covid-Maßnahmengesetzes künftig Corona-Daten mit vielen anderen Personendaten verknüpfen und begründet das u.a. mit der Aufklärung von Impfdurchbrüchen, wie am Mittwoch bekannt wurde. Kritik kommt von Datenschützern.

Bis zum Ende des aktuellen Berichtszeitraums am 14. Mai wurden rund 3,97 Millionen Corona-Impfdosen in Österreich verabreicht. Zu den seit dem vorangegangenen Report erstmals verimpften 9.916 Johnson & Johnson-Dosen wurden bis dahin erst von 28 Personen Nebenwirkungen gemeldet.

Diese Melderate von 0,28 Prozent entspricht etwa jener bei BionTech/Pfizer und Moderna, bei AstraZeneca sind es mit 2,1 Prozent deutlich mehr. Die mit dem als Einzeldosis verabreichten Johnson & Johnson-Vakzin geimpften Personen klagten vor allem über Fieber und/oder Kopfschmerzen (je 16 Betroffene) sowie Muskelschmerzen (13 Meldungen).

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