Wissen und Gesundheit
11.07.2016

Warum die Motte auf Ronaldos Gesicht eigentlich ein Falter war

Im EURO-Finale entwickelte sich ein Insekt zum viralen Hit. Doch Motte war es keine.

Seit Sonntag ist Portugal Fußball-Europameister 2016. Aber nicht nur der erste Sieg bei einem Fußball-Großereignis oder das frühe Aus von Cristiano Ronaldo sind Gesprächsthema am Tag danach. Viele Späße gehen auf Kosten der Insekten, die die Spieler und Zuschauer am Sonntag Abend im Stade de France belagerten. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich "The Moth" zum Gesprächsthema in den sozialen Netzwerken. Auf Twitter entstanden mehrere Accounts. Einer von ihnen, @ronaldosmoth, zählt bereits über 10.000 Follower.

Motte oder Falter?

In deutschprachigen Medien und den Postings auf Twitter und Co. ist meist von Motten die Rede. Allerdings stimmt das so nicht, wie Dr. Martin Lödl, Schmetterlingsexperte des Naturhistorischen Museums in Wien, bestätigte. "Hierbei handelt es sich um einen Übersetzungsfehler, bzw. die Ungenauigkeit der englischen Sprache", sagt der Zoologe. Nach dem Bildmaterial, das Lödl zur Verfügung steht, handle es sich bei dem Tier auf Cristiano Ronaldos Gesicht eindeutig um einen Vertreter der Eulenfalter, die bei uns allgemein als Nachtfalter bezeichnet würden. Im Englischen würden alle Tagfalter als "Butterfly" und alle Nachtfalter als "Moth" bezeichnet, sagt Lödl. Die Bezeichnung Motte für die Tiere, die gestern beim Finale über den Bildschirm flatterten, ist also falsch. Im österreichischen Sprachgebrauch betrifft sie vor allem Vertreter der Kleinschmetterlingsfamilien, wie Kleider- oder Mehlmotten.

Wie kamen die Falter ins Stade de France?

Wie Journalisten auf Twitter berichteten, könnte ein Sicherheitsmaßnahme Schuld an der Insektenplage sein. Demnach hätten die Flutlichter im Stadion in der Nacht davor durchgehend gebrannt, wodurch die Tiere angelockt worden sein könnten.