Wissen und Gesundheit
24.06.2017

Die drei großen Schutzmaßnahmen gegen Demenz

Die US-Akademie der Wissenschaften hat hunderte Studien analysiert - und herausgefilert, was wirklich einen präventiven Schutz bietet.

Es waren Hunderte Studien, die ein Expertenkomitee der US-Akademie der Wissenschaften analysiert hat – um Maßnahmen herauszufinden, die eindeutig Gedächtnisverlust und Demenz vorbeugen und das Risiko dafür senken. "Es gibt eine Studie da, eine Studie dort – aber das ist die umfassendste Bewertung der Daten der vergangenen sechs Jahre", sagt Alzheimer-Experte Ronald Peterson von der Mayo-Klinik in den USA.

Bewegung

"Es geht um moderate Aktivität", so Peterson, der an dem neuen Bericht mitgearbeitet hat. "Zügiges Gehen etwa. Zweieinhalb Stunden in der Woche können einen Effekt haben. Setzen Sie sich am Abend nicht stundenlang vor den Fernseher. Gehen Sie hinaus, tun Sie etwas."

Blutdruckkontrolle

Sie ist nicht nur wichtig für den Schutz der Herz-, sondern auch der Gehirngefäße: Hochdruck beginnt bei 140/90 mmHg, optimal ist alles bis 120/80 mmHg.

Hirntraining

"Merken Sie sich Einkaufslisten, rechnen Sie im Kopf", sagt Peterson. Für spezielle kommerzielle Trainingsprogramm gibt es keine eindeutigen Wirkungsnachweise.

Drei konkrete Einzelmaßnahmen

Die US-Experten fanden zwar keine ausreichenden Belege, um eine Ernährungsform speziell herauszuheben, sehen aber Hinweise auf ein Schutzwirkung für das Gehirn bei einer mediterranen Ernährung (viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fisch, wenig Fleisch). Hier drei konkrete Einzelmaßnahmen, wo Experten in jüngster Zeit schützende Wirkungen erkannten:

Olivenöl

Mäuse, die zwölf Monate lang Olivenöl in ihr Futter gemischt bekamen, hatten danach deutlich weniger schädliche Eiweißablagerungen in ihrem Gehirn, die zu Alzheimer führen können. Potenziell schädliche Ablagerungen wurden besser entfernt.

Yoga

Regelmäßiges Praktizieren verstärkt nach mehreren Studien jene geistigen Fähigkeiten, die notwendig sind, um neuartige Aufgaben zu bewältigen. Informationen können besser verarbeitet werden.

Mehrsprachigkeit

Wissenschaftler der Uni Salzburg zeigten: Durch Sprachenlernen und Mehrsprachigkeit können Demenzsymptome um mehrere Jahre verzögert werden. Und Sprachenlernen auf hohem Niveau ist in jedem Alter möglich.

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