Wissen und Gesundheit
20.11.2017

Besitzer dieser Hunderassen leben länger

Mega-Studie aus Schweden: Risko für frühzeitigen Tod bis zu einem Drittel reduziert, auch das Herzinfarktrisiko ist niedriger.

Wer einen Hund besitzt hat ein niedrigeres Risiko, frühzeitig an einer Herz-Kreislaufkrankheit oder einer anderen Todesursache zu sterben. Das ergab die Auswertung von Daten von 3,4 Millionen Menschen in Schweden. Die Studie wurde im Fachblatt Scientific Reports veröffentlicht.

Die Experten analysierten Daten aus dem nationalen schwedischen Gesundheitsregister zwischen den Jahren 2001 und 2012. In Schweden wird jeder Spitalsaufenthalt registriert - seit 2001 muss auch der Besitz eines Hundes vermerkt werden.

Bei alleinstehenden Hundebesitzern war das generelle Sterberisiko im Untersuchungszeitraum um 33 Prozent verringert, das Risiko für einen Herzinfarkt um elf Prozent.

Der positive Effekt auf das Herz des Hundehalters zeigte sich besonders beim Besitz von Hunderassen, die früher speziell für die Jagd eingesetzt wurden, etwa Terrier oder Retriever.

Die naheliegendste Annahme ist, dass solche Hunde die körperliche Aktivität ihrer Halter erhöhen. Die Wissenschafter betonen, dass es aber auch genau umgekehrt sein könnte: Es könnten auch Menschen, die grundsätzlich schon sehr aktiv sind, sich eher solche Hund aussuchen.

Einfluss auf die Darmflora

Und sie führen auch noch andere mögliche Effekte an, die das Krankheitsrisiko senkten könnten:

- Eine höhere Zahl an Sozialkontakten und generell mehr Lebenszufriedenheit.

- Änderungen im Mikrobiom der Hundehalter, also der Mikroorganismen-Vielfalt vor allem im Darm. Die Darmflora der Hundebesitzer kommt durch die Hunde mit Bakterien in Kontakt, die sie sie sonst nicht aufgenommen hätten.

- Ein besonderer Schutzeffekt zeigte sich bei alleinstehenden Menschen. Dies ist insoferne von Bedeutung, als frühere Studien zeigten, dass alleinstehende Menschen ein höheres Sterberisiko in einem definierten Zeitraum haben. "Möglicherweise übernimmt in Single-Haushalten ein Hund die Rolle eines wichtgen Familienmitglieds", sagt Mwenya Mubanga von der Universität Uppsala.

"Bereits frühere Studien kamen zu dem Ergebnis, dass es positive Effekte auf die Herzgesundheit gibt", sagte Mike Knapton von der British Heart Foundation zu BBC News. Allerdings lieferte bisher keine Studie so überzeugende Daten wie diese große schwedische Untersuchung. "Wir können jetzt sagen, dass eine bessere Herzgesundheit einer von vielen positiven Effekten eines Hundes als Haustier ist."