Leben
03.11.2017

Menschen lieben Hunde mehr als Mitmenschen

Menschen lieben ihre Vierbeiner mehr als ihre Mitmenschen. Das belegen zwei Studien.

Den Untersuchungen zufolge, die unabhängig voneinander durchgeführt wurden, fühlen wir mit Hunden, die sich in einer Notsituation befinden, stärker mit als mit Menschen.

Bereits vor zwei Jahren führten britische Forscher zwei Experimente durch, um die Annahme zu überprüfen. Dabei wurden Menschen zwei Poster vorgelegt, auf denen um Spenden für "Harrison" gebeten wurde, der ohne das Geld einen qualvollen Tod erleiden würde. Der Unterschied zwischen den beiden Plakaten: Auf einem war Harrison ein kleiner Bub, auf dem anderen ein Hund. Es zeigte sich, dass die Probanden gewillter waren, dem Hund zu helfen. Der Vierbeiner bekam die meisten Spenden.

Eine aktuelle Studie schlägt in dieselbe Kerbe. Zwei Professoren der Northeastern University of Bosten gaben 240 Probanden einen von insgesamt vier falschen Nachrichtenberichten. In dem Artikel ging es stets um einen Angriff, der von einem anonymen Täter mit einem Baseballschläger durchgeführt wurde. Doch das Opfer waren in jedem Bericht ein anderes.

Mehr Mitgefühl für Hund

Einmal wurde von einem einjährigen Kind berichtet, in den anderen Artikeln standen ein 30-jähriger Erwachsener, ein Welpe oder ein sechsjähriger Hund im Mittelpunkt. In einem zweiten Schritt wurden die Emotionen der Teilnehmer den Opfern gegenüber abgefragt. Es zeigte sich, dass die Geschichte über den Hund, den Welpen und das Kind vergleichbare Empathiereaktionen hervorrief. Beim Erwachsenen zeigten sich die Testpersonen weniger einfühlsam. "Die Befragten waren signifikant weniger betroffen, wenn der erwachsene Mensch das Opfer war", so die Forscher in ihrem Bericht im Fachblatt Society & Animals.

Lediglich das einjährige Baby provoziert mehr Mitgefühl als der sechsjährige Hund. Die Wissenschafter zogen daraus den Schluss, dass Menschen Hunde als vollwertige Mitglieder der Familie ansehen. Die Forscher gehen außerdem davon aus, dass man als Mensch mehr Mitgefühl mit Hunden hat, weil sie wehrloser sind.

Und noch eine weitere Studie belegt die innige Beziehung zwischen Mensch und Hund: Die Pflege eines schwerkranken Haustieres kann Stress, Angst und Depressionen nach sich ziehen. Das schlussfolgern US-Forscher nach einer Befragung von Hunde- und Katzenbesitzern. Die Beschwerden die auftauchen ähneln denen von Menschen, die schwerkranke Angehörige pflegen (mehr dazu hier).