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Zweite Millionenpleite eines bekannten Biotech-Unternehmens

Das börsennotierte Biotech-Unternehmen aus Korneuburg konnte ein laufendes Sanierungsverfahren nicht erfüllen.
++ THEMENBILD ++ BIOTECH-UNTERNEHMEN MARINOMED / CHEMISCHE INDUSTRIE /? PHARMA

Die Marinomed Biotech AG mit Sitz in Korneuburg ist erneut pleite. Das im Prime Market der Wiener Börse notierte Unternehmen hat beim Landesgericht Korneuburg einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Die Zahlungen wurden eingestellt, bestätigt der KSV1870 dem KURIER. 30 Mitarbeiter sind betroffen. Die Löhne und Gehälter wurden bis einschließlich Juni 2026 bezahlt.

Marinomed wurde 2006 als Spin-off der Veterinärmedizinischen Universität Wien gegründet und entwickelt Behandlungen gegen virale Atemwegsinfektionen sowie Produkte im Bereich Immunologie. 2019 wagte das Unternehmen den Schritt an die Börse. Zu den Produkten zählen rezeptfreie Präparate gegen Erkältungen, allergenblockierende Nasensprays und Augentropfen.

Für das biopharmazeutische Unternehmen ist es bereits die zweite Insolvenz innerhalb kürzester Zeit. Erst 2024 war über Marinomed ein Sanierungsverfahren gelaufen, das nach Annahme eines Sanierungsplans mit einer Quote von 30 Prozent wieder aufgehoben wurde. Doch die Sanierung scheiterte: Laut Angaben der Schuldnerin blieben zugesagte Earn-Out-Zahlungen aus, wodurch die Erfüllung des Plans unmöglich wurde.

27,9 Millionen Euro Schulden

Die Verbindlichkeiten beziffert Marinomed mit rund 27,9 Millionen Euro, davon gelten 21,8 Millionen Euro als unbesichert. Betroffen sind knapp 90 Gläubiger. „Die Antragstellerin verfügt insbesondere über geistiges Eigentum in Form von Patenten und Marken sowie über eine Betriebsliegenschaft in Korneuburg. Darüber hinaus bestehen Forderungen aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäfts, deren wirtschaftliche Realisierbarkeit nach Angaben der Antragstellerin wesentlich für die weitere Entwicklung des Verfahrens ist“, so der AKV.

Quote von 20 Prozent angeboten

Trotz der angespannten Lage strebt Marinomed eine Fortführung an. Den Gläubigern wird eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent angeboten innerhalb von zwei Jahren. „Beim Sanierungsplanangebot handelt es sich vorerst um die gesetzliche Mindestquote“, erklärt Alexander Greifeneder vom KSV1870. Der Insolvenzverwalter müsse nun prüfen, ob eine Fortführung wirtschaftlich sinnvoll und der Sanierungsplan erfüllbar sei.

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