Zahl der Stiftungen erstmals rückläufig

Postcards with the portraits of Prince Hans Adam II and Princess Marie of Liechtenstein are pictured in Liechtenstein's capital Vaduz in this March 14, 2012 file photo. Everybody knows everybody in this arch-conservative state and the subjects of the last monarchy in Europe with any real power don't like rocking the boat. Activists who want to end the monarchy's right to veto popular referendums say they have received threatening letters and seen far-right vandals deface campaign posters with Nazi slogans. But democracy campaigners still managed to gather just enough signatures to call a referendum on the prince's veto right - set for July 1, 2012 - by canvassing support in private and assuring voters that their names would be kept secret. Picture taken March 14, 2012. To match Insight LIECHTENSTEIN-PRINCE/ REUTERS/Arnd Wiegmann/Files (LIECHTENSTEIN - Tags: CITYSCAPE ROYALS TRAVEL)
Liechtenstein ist harter Konkurrent.

„Die Stiftung in Österreich ist tot.“ Mit diesen drastischen Worten beschreibt Constantin Veyder-Malberg, Vorstand der Capital Bank, den Zustand der oft als „Erfolgsmodell“ bezeichneten Privatstiftungen. Insgesamt gab es in Österreich Ende des Vorjahres rund 3300 Privatstiftungen, um 48 weniger als 2011. Das ist der erste Rückgang seit Einführung des Stiftungsrechts 1994. Diese verwalten rund 70 Milliarden Euro Vermögen.

Für Veyder-Malberg liegt der Grund in der unterschiedlichen Besteuerung zu Liechtenstein bei Stiftungen auf den Todesfall. Dabei wird das Vermögen unmittelbar nach dem Tod in eine Stiftung eingebracht. Die Erben erhalten als Begünstigte gewinnabhängige, regelmäßige Zahlungen. Zwar gibt es in beiden Ländern bei dieser Stiftungsform keine Eingangsbesteuerung, jedoch fallen in Österreich jährlich 25 Prozent Kapitalertragssteuer an. In Liechtenstein hingegen wird die Steuer nur bei Auflösung der Stiftung entrichtet – was laut dem Banker so gut wie nie passiert. „Für die Übertragung eines Vermögens nach dem Tod ist eine liechtensteinische Stiftung besser.“

Steuerabkommen

Christoph Kraus, Generalsekretär des Stiftungsverbands, schließt sich dem an. „Die Entwicklung ist nicht sehr positiv. Die öffentliche Hand macht nicht genug, um konkurrenzfähig zu Liechtenstein zu sein.“ Dabei frohlockte Finanzministerin Maria Fekter noch vor einem Monat, dass es sich viele überlegen würden, in Liechtenstein eine Stiftung zu gründen, wenn es in Österreich künftig viel günstiger sei. Denn das ab 2014 geltende Steuerabkommen mit Liechtenstein sieht Eingangssteuersätze von bis zu 10 Prozent vor, in Österreich sind es nur 2,5 Prozent.

Davon ausgenommen bleibt den Experten zufolge jedoch auch künftig die Stiftung auf den Todesfall, die laut Kraus die überwiegende Mehrzahl der Stiftungen darstellt. Insgesamt sollen Schätzungen zufolge mehr als 5000 Österreicher ein Gesamtvermögen von bis zu 700 Millionen Euro in Liechtenstein gestiftet haben.

Ein weiterer Grund für den Rückgang der heimischen Stiftungen sind laut Kraus die permanenten steuerlichen Änderungen. „Seit 1993 gab es 14 steuerliche Verschlechterungen.“

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