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Wohnmobil-Markt in Österreich bricht um 23,6 Prozent ein

Die steigende Belastung durch die NoVA und der Co2-Malus würgen die einst boomende Branche ab.
Campingplatz-Betreiber blicken auf Pfingsten

Der österreichische Wohnmobil-Markt steckt in einer tiefen Krise. Nach einem regelrechten Boom in den Corona-Jahren sind die Neuzulassungszahlen für Campingbusse mittlerweile eingebrochen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Österreich nur noch 989 Wohnmobile neu zugelassen – ein Rückgang von 23,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Damit setzt sich der negative Trend aus dem Vorjahr fort. Laut Statistik Austria wurden 2025 2.054 Campingbusse neu zugelassen, das ist ebenfalls ein Rückgang von 23,6 Prozent. Auch bei der Zulassung von gebrauchten Wohnmobilen ist die Entwicklung rückläufig: Minus 9,6 Prozent von Jänner bis Mai 2026.

„Der Boom ist vorbei. Die Normverbrauchsabgabe und der CO2-Malus würgen den Markt ab“, sagt Christian Pfaff, Wohnmobil-Händler aus der Nähe von St. Pölten und Branchensprecher in der Wirtschaftskammer Österreich. Die Beispiele, die Pfaff nennt, sind drastisch: Ein Wohnmobil mit 140-PS-Motor wird heute mit 24 Prozent NoVA belastet – zusätzlich fallen 3.750 Euro CO2-Malus an. Bei einem Mercedes-Chassis mit 190 PS, „für die Gewichtsklasse nicht wirklich überdimensioniert“, sind es sogar 38 Prozent NoVA plus 9.800 Euro CO2-Malus. Eine Deckelung, wie sie früher bei 32 Prozent existierte, gibt es nicht mehr.

Problem Inflation

„Das Absurde ist: Wenn Sie ein Autoradio für 500 Euro fürs Wohnmobil bestellen, kostet dasselbe Radio im 160-PS-Modell plötzlich 10 Prozent mehr – weil sich die NoVA-Berechnung ändert“, erklärt Pfaff. „Kein Kunde versteht das.“

Zwei Faktoren verschärfen die Lage: Die allgemeine Inflation hat die Basispreise in die Höhe getrieben. Gleichzeitig steigt die NoVA durch die von der damaligen Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) eingeführte Berechnungsformel jährlich automatisch weiter.

NoVA-Senkung gefordert

Fakt ist: Der durchschnittliche Verkaufspreis für ein Wohnmobil liegt heute zwischen 80.000 und 100.000 Euro. Ein Wohnmobil der deutschen Premium-Marke Hymer auf einem Mercedes-Chassis kann schon mal rund 160.000 Euro und mehr kosten. Pfaff schätzt, dass es in Österreich zwischen 30 und 35 Händler gibt. Nicht alle sind in der WKO organisiert, aber viele davon sind Familienbetriebe. 

„Wenn das alles angestellte Mitarbeiter wären, wären schon etliche weg vom Markt“, ist er überzeugt. „Wir sind es gewohnt, dass wir mehr zahlen als die Deutschen. Aber wenn wir wieder auf einen fixen Satz von 16 Prozent NoVA zurückgehen würden, wie nach dem EU-Beitritt, wäre das nachvollziehbar, leicht zu rechnen und in einem Bereich, den man verschmerzen kann.“

„Politik macht nichts“

Besonders frustriert ist Pfaff von der Politik im Umgang mit dem Problem. „Ich bin ständig am Verhandeln“, sagt der WKO-Funktionär. Auch Gespräche mit Nationalratsabgeordneten und anderen hätten nichts gebracht. Pfaff: „Jeder sagt: Frechheit, Wahnsinn, da müssen wir was machen – und dann passiert nichts.“

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