© Wizz Air

Billig-Airlines
12/05/2019

Wizz Air zu Preiskampf: „Wer verliert, geht pleite oder nach Hause“

Die ungarische Billig-Airline stockt ihre Flotte in Wien auf. Lohnsteuer für die 250 Mitarbeiter wird in der Schweiz gezahlt.

von Andrea Hodoschek

Die börsenotierte ungarische Low-Cost-Airline Wizz Air will trotz der harten Konkurrenz in Wien bleiben und weiter wachsen. Im Dezember kommen zwei neue Flugzeuge, im Juli 2020 fliegt der achte Airbus ein. Die Zahl der Passagiere soll 2020 von heuer 2,4 auf vier Millionen Fluggäste steigen.

Wizz-Air-Manager Stephen Jones rechnet damit, dass sich die Preisschlacht um die Passagiere ab 2020 abschwächt. Nach drei Jahren sei das Potenzial einer Destination ausgeschöpft. Der härteste Konkurrent ist die Ryanair-Tochter Lauda. Jones geht davon aus, dass Mitbewerber wie Level und die britische easyJet in Wien zurückstecken und sich die AUA neu aufstellen muss.

Den Preiskampf könne man nur überleben, wenn man wirtschaftlich stark aufgestellt sei. „Es ist ein hartes Spiel, wer verliert, geht pleite oder nach Hause“, sagte Jones. Er betonte, dass Wizz Air die niedrigsten Kosten habe und heuer in Wien den break-even erreichen werde.

In Wien beschäftigt Wizz Air 250 Mitarbeiter, alle seien bei einer Gesellschaft mit Sitz in der Schweiz angestellt. In Österreich werde die Sozialversicherung bezahlt, die Lohnsteuer allerdings in Genf. Nur 10 Prozent der Mitarbeiter sind aus Österreich, ihr Anteil soll erhöht werden. Viele Flugbegleiter kommen aus der Slowakei. Wizz Air hat keinen Betriebsrat, sondern auf Konzernebene eine Mitarbeiter-Vertretung.

Da der Flugverkehr rasch wachse, steigt die Nachfrage nach Piloten und Flugbegleitern Daher müssten auch entsprechende Gehälter bezahlt werden, argumentierte Jones. Das Einstiegsgehalt für Flugbegleiter liegt zwischen 22.000 und 24.00 Euro brutto im Jahr. Die Piloten würden, verglichen mit anderen Airlines, rascher in der Karriereleiter aufsteigen und daher über die Lebensverdienstsumme mindestens genauso gut verdienen.