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Gastro-Insolvenz
05/03/2016

Wiener Restaurant Das Fischerhaus ist pleite

Die Gebietskrankenkasse schickte Inhaber des Ausfluglokals in den Konkurs - der Betrieb soll aber fortgeführt werden.

von Kid Möchel

„Mit unserer exklusiven Lage bietet Ihnen das Restaurant Fischerhaus auf der Höhenstrasse den idealen Platz für Ihre Hochzeits-, Geburtstags-, Kommunions-, Firmenevent-, Weihnachts- oder Jahresabschlussfeier“, heißt es auf den Homepage des gleichnamigen Wiener Restaurants an der Höhenstraße. Selbst die eigene Band oder den eigenen DJ darf man mitbringen. Doch nun könnte Schluss sein mit dem renommierten Traditions-Wirtshaus im Wienerwald.

Denn: Der Betreiber Stephan Blaschko, ein Einzelunternehmer, ist zahlungsunfähig. Über einen Gläubigerantrag wurde heute ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien durch Richterin Simone Kerres-Denkstein eröffnet. Das bestätigen die Gläubigerschutzverbände AKV und Creditreform dem KURIER. „Das Fischerhaus an der Höhenstraße“ galt seit 50 Jahren als eines der bekanntesten Ausflugslokale Wiens. Das legendäre Lokal bietet Platz für rund 80 Gäste indoor, und im Outdoor-Bereich sogar für 150 Personen. "Es wurde mit einem neuen und ambitionierten Konzept von Stephan Blaschko samt dessen Team geführt“, heißt es in einer AKV-Mitteilung. Informationen über die Schulden liegen derzeit noch keine vor. Masseverwalter ist der Wiener Anwalt und ausgewiesene Insolvenzexperte Georg Kahlig. Er wird nun die Geschäfte führen, sollte ein Fortbetrieb tatsächlich erfolgen. Detail am Rande: Stephan Blaschko führt erst seit einem Jahr das Fischerhaus.

Laut Angaben seiner Lebensgefährtin habe man "erstmals seit Jahren in der Wintersaison geöffnet" gehabt und sei dadurch finanziell ins Stocken geraten. Die Gebietskrankenkasse habe den Insolvenzantrag gestellt. Den Betrag will Blaschko nicht nennen.

"Der Winter hat uns hineingeritten, aber das Ganze wirft uns nicht aus der Bahn, jetzt kommt der Sommer", sagte die Lebensgefährtin Blaschkos zum KURIER. "Es geht um eine Summe, die lächerlich ist. Es ist auch eine Ratenvereinbarung mit der Krankenkasse betroffen worden." Nachsatz: " Wenn sie uns einen Gefallen tun wollen, dann schreiben sie, dass es weiter geht."

Zur Zeit werde bloß ein Koch beschäftigt, das Service mache er selbst, sagt Blaschko. Im Sommer werde er das Personal um einen Kellner aufstocken. "Ich bin selber in Service sehr gut und mache es mit Leidenschaft", sagt Blaschko zum KURIER. "Wir haben viele Reservierungen mit einer guten Anzahl von Personen, und ich mache mir keine Sorgen, dass sich es nicht ausgeht."