© Wikipedia

Insolvenz
12/05/2014

Wiener Café Zartl soll saniert werden

Marode Mutterfirma Wegast betreibt auch noch die Lokale „Dreivierteltakt“, "Steierhof“ und "zum Schlosserwirt`n.

von Kid Möchel

Das Wiener Gastronomieunternehmen Wegast ist Mitte November in den Konkurs geschlittert. Unter dem Namen Wegast werden laut Creditreform vier zum Teil namhafte Lokale betrieben: das Café-Restaurant Zartl im dritten Wiener Gemeindebezirk, das Café-Restaurant „ Dreivierteltakt“ im zweiten Bezirk sowie der „Steierhof“ in Wien-Favoriten und das Gasthaus „zum Schlosserwirt'n" in Wien-Hernals.

Masseverwalter Christian Podoschek bestätigt dem KURIER, dass die Geschäftsführung die Absicht hat, den Gastro-Betrieb im Rahmen eines Sanierungsverfahrens mit einer Quote von 20 Prozent zu entschulden.

Derzeit werden alle vier „bodenständigen Wirts- und Kaffeehäuser“ (23 Mitarbeiter) fortgeführt. Die Miatrbeiter wechseln immer wieder zwischen den einzelnen Standorten, um Krankenstände, Urlaube oder sonstige Abwesenheiten der Kollegen auszugleichen. Pro Lokal stehen aber vier bis fünf Miatrbeiter gleichzeitig zur Verfügung.

Die vier Gastro-Betriebe erwirtschaften ihre Umsätze vor allem mit einem treuen Stammpublikum. So gilt das Café Zartl nach wie vor als Künstler-Café und es ist Stammlokal des Autors Robert Schindel.

Gute Aussichten

„Die Umsatzaussichten sind im Hinblick auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage ausgesprochen gut“, heißt es im Bericht des Masseverwalters. „Eine erste Grobkalkulation der Deckungsbeiträge an den vier Standorten hat keine Bedenken gegen den vorläufigen Fortbetrieb gezeigt.“

Die Liquiditätslage der Wegast ist aber angespannt. Die 23 Mitarbeiter werden nach Schichtende und die Lieferanten bei Anlieferung bar bezahlt. Die Warenvorräte werden gering gehalten, die Lebensmittel und Getränke werden wöchentlich eingekauft.

Überblick verloren

Den Insolvenzantrag dürfte die Finanz gestellt haben, denn die Wegast hat Abgabenrückstände, die aus dem Vorjahr stammen. Ab Mitte 2013 war der Gastro-Betrieb offenbar nicht mehr in der Lage, seine laufenden Kosten zu bedienen. Die Unternehmensführung hat angeblich den Überblick über die Lage verloren, die Buchhaltung wird derzeit vom Steuerberater auf Vordermann gebracht. Nach dem derzeitigen Stand rechnet der Verwalter mit monatlichen Umsätzen von rund 50.000 Euro.

Laut Masseverwalter sollen Schulden „von mehreren Zehntausend Euro" bei der Finanz, der Gebietskrankenkasse und der Stadt Wien bestehen. Dazu kommen noch Forderungen von Dienstnehmern und Lieferanten, die per Gericht betrieben werden. Podoschek schätzt die Schulden derzeit auf 70.000 bis100.000 Euro.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.