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Wirtschaft

Geothermie-Anlage: Wien will Haushalte mit Thermalwasser heizen

Wien Energie beginnt mit Bau im kommenden Jahr. Investitionsvolumen 80 Mio. Euro soll aus Cashflow finanziert werden.

11/14/2022, 01:24 PM

Jetzt ist es fix. Wien erh√§lt voraussichtlich 2026 seine erste Geothermie-Anlage. Die erste Anlage in Wien-Aspern soll bis zu 20.000 Haushalte mit W√§rme aus der Tiefe versorgen k√∂nnen. Bis 2030 will die Wien Energie bis zu vier Anlagen in der Donaustadt und in Simmering mit einer Gesamtleistung von bis zu 120 Megawatt f√ľr 125.000 Haushalte entwickeln.

Dazu muss ein Thermalwasser-Vorkommen in mehr als drei Kilometern Tiefe angezapft werden - der Beginn der Bohrarbeiten ist f√ľr 2024 geplant, die Vorarbeiten dazu beginnen im kommenden Jahr.  "Dank dem Thermalwasservorkommen direkt unter der Stadt und dem gut ausgebauten Fernw√§rmenetz befinden wir uns auch im europ√§ischen Vergleich in einer einzigartigen Ausgangslage, um Haushalte mit klimaneutraler W√§rme versorgen zu k√∂nnen", sagte Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SP√Ė) am Montag bei der Pr√§sentation des Projekts. In Summe sollen die Tiefengeothermie-Anlagen im Stadtgebiet bis zu 20 Prozent des Fernw√§rme-Bedarfs decken k√∂nnen.

80 Mio. Euro Projektkosten

Die Wien Energie rechnet mit Projektkosten von rund 80 Mio. Euro, das Klimaschutzministerium schießt rund 8 Mio. Euro als Förderung zu. Finanzieren will die Wien Energie das Projekt aus dem laufenden Geschäft. "Wir haben einen Cashflow von ungefähr 250 Mio. Euro per anno. Das heißt, wir gehen davon aus, dass wir diesen Betrag aus dem Cashflow finanzieren können", sagte Wien-Energie-Chef Michael Strebl.

Die Vorarbeiten f√ľr die Errichtung der Anlage sollen schon im kommenden Jahr beginnen. "Wir werden jetzt in den n√§chsten Monaten das Genehmigungsverfahren durchf√ľhren und hoffen, dass wir ab n√§chstem Jahr die Bauarbeiten beginnen k√∂nnen", sagte Wien-Energie-Gesch√§ftsf√ľhrer Karl Gruber.

Geschlossener Kreislauf

Das W√§rmereservoir unter der Stadt sei nach menschlichen Ma√üst√§ben unersch√∂pflich, sagte Gruber. Das an die Erdoberfl√§che gepumpte Wasser wird in einem geschlossenen Kreislauf wieder zur√ľckgef√ľhrt, der Entnahme- und der R√ľckgabepunkt des Thermalwassers liegen etwa vier Kilometer auseinander.

"Mit 100 Metern Bohrtiefe erh√∂ht sich die Temperatur um jeweils drei Grad. Damit kommt man, wenn man 3.000 Meter tief bohrt, auf etwa 100 Grad Celsius." Zur Erschlie√üung des Thermalwassers sind mehrere Bohrungen notwendig, die aber nur einen Durchmesser von ca. 30 cm haben. Deshalb sei mit keinerlei Auswirkungen wie etwa Vibrationen an der Oberfl√§che zu rechnen. Technisch anspruchsvoll sind Bohrungen in solchen Tiefen dennoch, deshalb arbeitet die Wien Energie dabei mit der OMV zusammen, die mit ihrer technischen Expertise f√ľr die geologische Planung zust√§ndig sein wird.

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