Wirtschaft
18.04.2018

Wien bereitet großen Stromzähler-Tausch vor

Digital.1,6 Millionen Kunden sollen bis 2022 Smart Meter installiert bekommen. wien beginnt den Zählertausch 2019.

Bei den Wiener Netzen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Techniker, Montagetrupps und IT-Experten bereiten den größten Stromzähler-Tausch im deutschsprachigen Raum vor. 1,6 Millionen Kunden der Wien Energie sollen bis 2022 digitale Zähler, sogenannte Smart Meter, eingebaut bekommen.

Begonnen wird 2019 in den Bezirken Favoriten, Meidling, Donaustadt und im burgenländischen Neufeld, das ebenfalls an den Wiener Netzen hängt. Im ersten Schritt werden 30.000 Zähler installiert, in der Spitze werden es in Folge 60.000 pro Monat sein, kündigte Wiener-Netze-Chef Hermann Nebel an. Geliefert werden die Zähler von einem Konsortium aus Siemens, Landis + Gyr und der slowenischen Iskraemenco.

Kunden können wählen

Den digitalen Zähler bekommen alle Stromkunden. Das ist auch gesetzlich gedeckt. Sechs Wochen vor der Umstellung schreiben die Wiener Netze die Kunden an und fragen, welche Variante des Ablesens gewünscht wird. Zur Auswahl steht: Tägliches Ablesen, as heißt, der Stromzähler liefert die stündlich notierten Daten einmal pro Tag an die Wiener Netze; viertelstündliches Ablesen mit sofortiger Datenweitergabe und die jährliche Ablesung.

Nötig wird der Zählertausch aufgrund einer Richtlinie der EU. Sie sieht vor, dass bis 2020 zumindest 80 Prozent der europäischen Stromkunden einen digitalen Zähler haben müssen. Mittels dieser Zähler können die Stromlieferanten unter Einverständnis der Kunden maßgeschneiderte Tarifmodelle basteln. Zudem soll das Energiesparen erleichtert werden, weil die Kunden jederzeit ihren Verbrauch einsehen können. Die Wiener Netze stellen das auf ihrer Web-Site mittels Kunden-login zur Verfügung.

Wie viele Kunden das aktiv nutzen, ist fraglich. In den Feldversuchen hat rund ein Prozent der Kunden seinen Stromverbrauch stetig überwacht und gespart.

Wichtiger sind die Verbrauchsdaten für die Energieversorger. Sie können damit nicht nur die Netze besser steuern, sondern auch den Verbrauch regeln. So könnten Smart Homes mit Wärmepumpen vom Versorger im Falle von Strommangel vorübergehend weniger beliefert werden – „die Wärmepumpe merkt das nicht“, so die Experten. In Überschusszeiten könnten Kunden zum Aufladen ihrer E-Bikes oder Autos aufgefordert werden.