Wirtschaft
08.05.2017

Werberat verlangt Stopp des angriffigen AK-Videos

Vorwurf der Diskriminierung und des Sexismus.

Der provokante Kinospot der Arbeiterkammer Oberösterreich, der sämtliche Klischees über superreiche arrogante Kapitalisten bedient (der KURIER berichtete), ließ nun auch den Österreichischen Werberat reagieren. Zwölf Beschwerden waren bei dem Ethik-Gremium gegen den AK-Werbespot eingegangen, der in OÖ die Zusammenarbeit in der Sozialpartnerschaft zum Erliegen gebracht hat.

Die Werbeexperten gingen mit dem Spot hart ins Gericht. Eine eindeutige Mehrheit des Rates sei der Ansicht, dass das Video eine „ganze Berufsgruppe diskriminiert, Dominazgebaren als normal gegenüberüber Mitarbeiterinnen suggeriert und gegenüber Frauen eine Herabwürdigung beinhaltet“, heißt es in der Erklärung des Werberats. Der letzter Vorwurf bezieht sich auf eine Szene in der ein Unternehmer einer schwangeren Frau Geldscheine in den ausschnitt steckt. Der Werberat fordert zu sofortigen Stopp der Kampagne auf.

Kalliauer wehrt sich

AK-Präsident Johann Kalliauer wehrt sich gegen den Seximus-Vorwurf. Vor allem der Vorwurf der Herabwürdigung von Frauen sei seiner Ansicht nach inhaltlich falsch. Der Spot kritisiere nämlich sexistisches Verhalten am Arbeitsplatz, daher finde sich darin eine stark überzeichnete Darstellung von Sexismus. "Uns da jetzt Sexismus vorzuwerfen, das grenzt an Böswilligkeit", sagt Kalliauer.

Er verwies darauf, dass der Werberat ein Organ der Unternehmen und seine Mitglieder fast ausschließlich Arbeitgeberverbände im Umfeld der Werbewirtschaft seien. "Mit unserem Spot thematisieren wir die schwarzen Schafe unter den Unternehmerinnen und Unternehmern, nicht alle pauschal", so Kalliauer. Die Frage, was Satire darf, beantwortet er mit Kurt Tucholsky: "Alles!"