Wirtschaft
26.04.2017

Weiter Aufregung um AK-Werbespot

Arbeitnehmerseite zeige falsches Bild von Unternehmern, so der Vorwurf.

Die Kritik am Werbespot der Arbeiterkammer Oberösterreich für die Neuauflage der AK-Leistungskarte reißt nicht ab. Nach wie vor finden sich auf der Facebook-Seite der Interessensvertretung laufend neue Postings, die Mehrzahl davon negativer Natur. "Eine prähistorische Haltung, die die AK hier einnimmt" oder "Populismus auf FPÖ-Niveau" sind einige der Kommentare auf das Video, das, wie bereits gestern berichtet, einen schmierigen Arbeitgeber zeigt, der Untergebene von oben herab behandelt, ehe er auf der AK-Leistungskarte ausrutscht.

Im Video tritt auch der für den Spot Verantwortliche, AK-OÖ-Chef Johann Kalliauer (Bild), auf. Er kann die Kritik nicht verstehen. Es sei nicht beabsichtigt, jemanden mit dem Spot anzugreifen oder pauschal zu verunglimpfen. Er sei nur als lockere Bewerbung der Leistungskarte gedacht. Der Spot werde uminterpretiert in einen Pauschalangriff auf Unternehmer. Er wüsste auch nicht, wo er sich entschuldigen sollte. Allerdings würden ihm sehr schnell multinationale Konzerne einfallen, die sich so wie im Film gezeigt verhalten.

Primitiv

Selbst in der AK ist der Spot nicht unumstritten. "Schade und unverständlich, tolle AK-Leistungen so primitiv zu vermarkten", kommentierte Vizepräsident und ÖAAB-Vertreter Helmut Feilmair. AK-Präsident Rudolf Kaske hält sich lieber aus der Debatte heraus. " Wie die Arbeiterkammern der jeweiligen Bundesländer mit ihren Mitgliedern kommunizieren, ist Sache der jeweiligen Länderkammern", teilt er dem KURIER mit. Für NEOS-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn stellt der Spot "Unternehmerbashing" dar. "Das Video ist peinlich und schadet sowohl Unternehmern als auch der AK selbst", sagt er zum KURIER.

Peter Buchmüller, Obmann der WKÖ-Bundessparte Handel, fordert von Kalliauer eine Entschuldigung und Aus der „Schmutzkübelkampagne“ durch das Zurückziehen des Videos. Eine Grenze sei überschritten worden.

Neuen Zündstoff liefert die SPÖ OÖ. Im Rahmen der neuen Kampagne "Würdige Arbeit", die am 1. Mai startet, plakatiert sie unter anderem mit "Scheißjobs" oder "Was mich krank macht, ist Arbeit, die krank macht".